In Lichtenberg tut sich was – und das nicht nur im übertragenen Sinne! Ab 2024 starten die Berliner Wasserbetriebe (BWB) mit einem gewaltigen Projekt zur Erneuerung und Sanierung der Trink- und Abwasserleitungen unter der Landsberger Allee. Diese Leitungen sind nicht nur irgendein Rohrwerk, sondern tragen maßgeblich zur Wasserversorgung Berlins bei, indem sie 11% des täglichen Trinkwasserbedarfs abdecken. Man könnte die Rohre auch als „Wasserautobahn“ bezeichnen, denn mit einem Durchmesser von 1,20 Metern haben sie schon ein ordentliches Kaliber. Bis zum Ende des Jahres 2029 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und das ganze Stadtbild nachhaltig verändern.

Die aufregenden Bauarbeiten wurden am Tag der offenen Baustelle für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wer sich für Technik begeistert, konnte einen Blick auf den beeindruckenden Tunnelbohrer werfen, der unter der Kreuzung zum Weißenseer Weg arbeitet, ohne den Verkehr zu stören. Der Bohrer gräbt sich durch den lehmigen Boden, während ein kleiner Schaufelbagger das Erdreich abträgt. Mit einer Leistung von etwa 6 Metern pro Tag – das entspricht der Länge von zwei Rohren – wird hier ganz schön Tempo gemacht. Zunächst werden Schutzrohre verlegt, in die später die Trinkwasserleitungen geschoben werden. Das Ganze erfordert präzise Millimeterarbeit, die durch moderne Lasertechnologie unterstützt wird. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Zuschauer ein faszinierender Anblick war, den Bohrer bei seiner Arbeit zu beobachten!

Eine Baustelle mit Folgen

Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Die Baustelle hat seit zwei Jahren schon Auswirkungen auf den Verkehr, und Autofahrer müssen oft Geduld aufbringen. Nach dem Abschnitt am Weißenseer Weg folgen weitere Arbeiten bis zum S-Bahnhof Landsberger Allee. Ab Mai 2027 müssen wir uns auf Einschränkungen bei der Straßenbahn einstellen. Wer täglich hier unterwegs ist, wird sich wahrscheinlich gefragt haben, wie lange das noch geht.

Das Trinkwasser, das durch diese neuen Leitungen fließen wird, stammt aus dem Wasserwerk Friedrichshagen und wird im Zwischenpumpwerk Lichtenberg gespeichert. Im Rahmen der umfassenden Maßnahmen werden auf einer Strecke von zwei Kilometern mehr als 12 Kilometer alte Leitungen, die teilweise aus den Jahren 1905 und 1935 stammen, erneuert. Man könnte fast sagen, das wird ein bisschen wie ein kleines Zeitreiseprojekt. Die Kosten für all das? Über 90 Millionen Euro – das ist eine Ansage!

Wasserversorgung bis 2040

Nun fragt man sich, wie das Ganze mit dem größeren Wasserbedarf Berlins zusammenhängt. Laut dem Wasserversorgungskonzept 2040 wird Berlin bis zum Jahr 2040 seinen Trinkwasserbedarf komplett aus eigenen Ressourcen decken. Das Konzept wurde von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie den BWB in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Dr. Möller entwickelt. Ein kluger Schachzug, um die Wasserversorgung für Berlin und die umliegenden Gebiete langfristig zu sichern.

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Die Grundsätze des Konzepts sind vielversprechend: hohe Versorgungssicherheit und Wasserqualität durch die Nutzung regionaler Ressourcen. Außerdem setzt man auf eine schonende Bewirtschaftung des Grundwassers und eine naturnahe Aufbereitung. Das klingt alles sehr nachhaltig und sozialverträglich. Die vorhandenen Wasserwerke, darunter auch das Wasserwerk Friedrichshagen, bleiben in Betrieb und werden weiter modernisiert – das bringt auch eine gewisse Entlastung für die Grundstückseigentümer in den Wasserschutzgebieten.

Ein Blick auf die Wasserqualität

Nicht zu vergessen ist die Qualität des Wassers, das wir in Berlin trinken. Der Berliner Trinkwasser enthält nennenswerte Mengen an Calcium und Magnesium, was dazu führt, dass es als eher hart eingestuft wird. Wenn ihr euch schon mal gewundert habt, warum ihr beim Waschen mehr Seife braucht als in anderen Städten, dann liegt das an der Gesamthärte von 14 °dH. Das Wasser hat also seine Eigenheiten, und die Kalkablagerungen bestehen aus Calciumcarbonat. Doch keine Sorge, das ist nicht schädlich – eher eine kleine Unannehmlichkeit für die Haushaltskasse!

Die gesamte Entwicklung um die Trinkwasserversorgung in Berlin zeigt, wie wichtig es ist, auch in Zukunft auf die eigenen Ressourcen zu setzen und gleichzeitig die Qualität zu sichern. Die Herausforderungen durch den Klimawandel und demografische Veränderungen sind groß, aber es scheint, als wäre Berlin gut aufgestellt, um auch in den kommenden Jahren die Wasserversorgung zu gewährleisten.

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