In den lebhaften Straßen von Lichtenberg, wo der Puls der Stadt in jeder Ecke spürbar ist, gibt es Geschichten, die das Herz berühren. Eine solche Geschichte ist die von Aram Arami, einem Schauspieler, der nicht nur in Berlin, sondern auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist. Geboren 1993 im Nordirak, kam er 1996 mit seinen Eltern, die vor politischer Verfolgung flohen, nach Deutschland. Die ersten Schritte in diesem neuen Leben führte die Familie ins Asylheim in Neukölln, wo Arams Kindheit, trotz der Sorgen seiner Eltern, eine gewisse Unbeschwertheit ausstrahlte.
Seine Jugend in Berlin war allerdings nicht immer leicht. Nachdem sie aus dem Asylheim in Neukölln nach Lichtenberg zogen, sah sich die Familie mit Vorurteilen konfrontiert. Aram selbst erlebte die Schattenseiten der Gesellschaft – Konfrontationen mit rechtsextremen Menschen hinterließen Spuren. Doch der junge Arami ließ sich nicht unterkriegen; seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte er früh und nahm regelmäßig privaten Schauspielunterricht. 2006 wurde er für die Rolle des Onur im Projekt „Vögel ohne Beine“ gecastet, was den Grundstein für seine spätere Karriere legte.
Die Karriere eines Schauspielers
Die ersten großen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 2013 spielte Aram in der beliebten Komödie „Fack ju Göhte“ die Rolle des Burak und wurde schlagartig einem breiten Publikum bekannt. In den Nachfolgefilmen machte er weiter von sich reden und eroberte die Herzen der Zuschauer. Seine Vielseitigkeit bewies er nicht nur in Komödien, sondern auch in ernsthafteren Rollen, etwa in der RTL-Serie „Der Lehrer“, wo er von 2014 bis 2015 den Jamil verkörperte. Heute ist er als Kriminalhauptkommissar Tayfun Can im neuen ARD-Saarland-Krimi zu sehen und begeistert damit erneut sein Publikum.
Die Liste seiner Projekte ist beeindruckend. Neben „Fack ju Göhte“ und „Der Lehrer“ wirkte er in Filmen wie „Uncivilized“ und „Haus aus Glas“ mit. Seit 2020 ist er auch in der Komödienreihe „Die Drei von der Müllabfuhr“ als Tarik Büyüktürk zu sehen. Aram hat sich in der deutschen Filmszene einen Namen gemacht, der für viele steht – für Integration, für Erfolg und für die Überwindung von Hindernissen. Abgesehen von der Schauspielerei hatte er eine Bäckerei, die er nach dem Abitur übernahm, aber irgendwann abgab. Heute kauft er seine Brötchen bei einem Bäcker in der Nähe.
Ein Leben zwischen Vorurteilen und Freuden
Arams Lieblingsort in Berlin ist der Tiergarten – ein Ort, an dem er die Ruhe und die Natur genießen kann, umgeben von den Geräuschen der Stadt. Ironischerweise hat er eine persönliche No-go-Area: Spandau. Dort möchte er lieber keinen Fuß setzen, während er Mitte als den besten Stadtteil Berlins bezeichnet. Die Baustellen, die man überall sieht, nerven ihn jedoch. Manchmal fragt man sich, ob das für die Stadt wirklich notwendig ist, aber das ist ein anderes Thema.
Wenn er mit Freunden ausgeht, zieht es ihn ins Como in der Knesebeckstraße. Hier genießt er die Abende, während er in der Parfümerie Delfie oder Mientus für seine Kleidung und Parfüm gerne etwas mehr ausgibt. Das perfekte Wochenende in Berlin für Aram? Ein Kaffee am Checkpoint Charlie, ein entspannter Spaziergang im Tiergarten, ein bisschen Sport, ein feines Essen im Como und zum Ausklang ein Drink im Sharlie Cheen – klingt nach einer traumhaften Auszeit!
Die Bedeutung von Fluchtgeschichten
Arams Geschichte ist Teil einer größeren Erzählung über Migration und Flucht, die für viele Menschen in Deutschland von Bedeutung ist. Das Archiv der Flucht hat sich zum Ziel gesetzt, diese Geschichten zu dokumentieren. Es wurde von der Publizistin Carolin Emcke ins Leben gerufen und zielt darauf ab, die Perspektiven von Migrant*innen sichtbar zu machen. In einer Zeit, in der das Thema Flucht und Migration wieder in den Fokus rückt, sind solche Archive wichtig, um die Vielfalt der Erfahrungen zu würdigen.
Die Interviews, die gesammelt werden, geben einen Einblick in die Lebensrealitäten von Menschen, die zwischen 1945 und 2016 nach Deutschland geflohen sind. Es ist ein vielschichtiges Bild, das entsteht – von den Herausforderungen, die viele durchleben mussten, bis hin zu den Hoffnungen auf ein besseres Leben. Diese Geschichten sind nicht nur wichtig, um die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch, um die Gegenwart und die Zukunft aktiv mitzugestalten.