Heute ist der 20.05.2026 und in Lichtenberg, wo ich gerade sitze, macht sich ein mulmiges Gefühl breit, wenn ich an die Situation in den öffentlichen Verkehrsmitteln denke. Die Züge der Deutschen Bahn und die lokalen Verkehrsbetriebe sind ein Stück weit zu Schauplätzen von Gewalt geworden. Die Zahlen sind alarmierend: Über 5.600 Gewaltdelikte wurden 2025 in Zügen und an Bahnhöfen in Deutschland registriert. Das sind mehr als acht pro Tag! Ein beunruhigender Trend, der selbst hartgesottene Pendler ins Grübeln bringt.

Besonders betroffen sind unsere großen Bahnhöfe. Der Hauptbahnhof in Leipzig führt die Liste an mit 859 Gewaltdelikten, gefolgt von Dortmund mit 735 und Berlin mit 654 Fällen. Man könnte fast sagen, die Bahnhöfe sind zu einem neuen Hotspot für kriminelle Aktivitäten geworden. Und das, obwohl wir uns in einer Stadt wie Berlin wähnen, die doch sonst für ihre kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit bekannt ist.

Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit

Die Reaktionen auf diese beunruhigenden Entwicklungen sind vielfältig. Die Deutsche Bahn hat Maßnahmen angekündigt, um die Sicherheit zu verbessern. Ab 2026 sollen alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt Bodycams nutzen – natürlich freiwillig, aber das Gefühl, dass jemand die Situation aufzeichnet, könnte schon einen beruhigenden Effekt haben. Außerdem sind 200 zusätzliche Sicherheitskräfte an Bahnhöfen geplant, was ganz sicher nicht schaden kann. Die Verbesserung der Schutzausrüstung für Mitarbeitende und intensivere Deeskalationstrainings stehen ebenfalls auf der Liste.

Wie Lars Wagner, Pressesprecher des VDV, anmerkt, sind die bisherigen Maßnahmen jedoch nicht ausreichend. Es bleibt die Frage, wie schnell und effektiv die neuen Sicherheitsstrategien umgesetzt werden können. Die ersten Zahlen zeigen immerhin einen Rückgang bei Gewaltdelikten: 2025 gab es einen Rückgang von 6% bei gewalttätigen Delikten an Bahnhöfen. Das klingt vielversprechend, doch das Bild bleibt düster, wenn man die über 3.000 Angriffe auf das Bahnpersonal betrachtet.

Ein Blick auf die Angriffe

Die Angriffe geschehen oft bei Fahrkartenkontrollen oder während der Durchsetzung des Hausrechts, was zeigt, dass der Druck auf das Personal enorm ist. Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Vorfälle könnte noch viel höher sein. Allein im Jahr 2025 wurden über 980 Messer- und rund 2.200 Sexualdelikte aktenkundig. Das lässt einen schon mal aufhorchen – und zwar nicht im positiven Sinne.

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Die BVG hat ebenfalls reagiert und investiert 105 Millionen Euro in Sicherheit und Sauberkeit – ein guter Schritt, aber ob das ausreicht, um die Mitarbeiter und Fahrgäste zu schützen? Die Zahl der Angriffe auf BVG-Beschäftigte ist von 327 im Jahr 2024 auf 269 gesunken, was einen gewissen Fortschritt darstellt. Dennoch bleibt die Frage, ob die Maßnahmen schnell genug kommen und ob sie wirklich die gewünschten Effekte zeigen werden.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Es ist schon komisch, wie schnell sich die Dinge ändern. Vor nicht allzu langer Zeit – 2014, um genau zu sein – gab es weniger als 1.400 tätliche Übergriffe auf das Bahnpersonal. Der Vergleich mit heute ist schockierend. Und ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang 2026 hat die Debatte über die Sicherheit im Bahnverkehr neu entfacht. Es ist klar: Hier muss dringend etwas geschehen!

Die Deutsche Bahn hat ein Sofortprogramm für mehr Sicherheit an Bahnhöfen gestartet, das auch die Ausstattung mit Bodycams ausweiten will. Doch wie viel wird das wirklich bringen? Die Menschen möchten sicher reisen, ohne ständig befürchten zu müssen, dass etwas Schlimmes passiert. Es bleibt also abzuwarten, ob die neuen Maßnahmen tatsächlich die erhoffte Sicherheit bringen und ob wir bald wieder unbeschwert in die Bahn steigen können.