Neuer Glanz für ein altes Erbe: Die Wiedergeburt der St. Marien-Andreas-Kirche in Rathenow
Die St. Marien-Andreas-Kirche in Rathenow erstrahlt nach jahrzehntelangem Wiederaufbau in neuem Glanz. Diese Kirche, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und im April 1945 vollständig zerstört wurde, wurde ursprünglich vermutlich im Jahr 1190 als romanische Kreuzbasilika erbaut. Ein Umbau zwischen 1517 und 1562 verwandelte sie in eine spätgotische Hallenkirche. Nach dem Krieg wurde die Kirche in den 1950er Jahren nur behelfsmäßig instand gesetzt, doch das große Ziel, sie vollständig wiederherzustellen, ließ nicht lange auf sich warten.
Die Wiedervereinigung brachte frischen Wind in die Bemühungen um den Wiederaufbau. Im Jahr 1996 wurde ein Förderkreis gegründet, der seither unermüdlich Spenden sammelt und verschiedene Baumaßnahmen koordiniert. Die Fördermittel, die sich auf etwa 3,5 Millionen Euro vom Bund und rund 3,6 Millionen Euro vom Land Brandenburg belaufen, untermauern das Engagement für diesen historischen Ort. Besonders bemerkenswert ist, dass der Förderkreis bis zum heutigen Tag 1,6 Millionen Euro an Spenden sammeln konnte, um die Kirche wieder zum Leben zu erwecken.
Ein Blick in die Zukunft
Aktuell wird der Innenraum der St. Marien-Andreas-Kirche saniert, wobei die Kirche bis zum 26. April 2026 geschlossen bleibt. An diesem Tag ist die feierliche Wiedereröffnung der Kirche um 10:30 Uhr geplant, auf die sich viele Gemeindemitglieder freuen. Eine besondere Kirchenführung mit Architekt Dr. Jens Birnbaum wird am 23. April 2026 stattfinden, sodass Interessierte einen tiefen Einblick in die Restaurierungsarbeiten erhalten können.
Um die finanziellen Mittel für den weiteren Wiederaufbau zu sichern, hat der Förderkreis ehrgeizige Ziele formuliert. Dazu gehört die Anschaffung einer neuen Orgel, die mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt ist, sowie die Nachschnitzung der barocken Kanzel, die mit weiteren 1 Million Euro zu Buche schlägt. Aktuell fehlen noch 2,5 Millionen Euro, um die vollständigen Kriegsschäden zu beheben. Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft im Förderkreis beträgt 60 Euro, und auch die Möglichkeit eines Dauerauftrags über 5 Euro pro Monat steht zur Verfügung.
Ein Ort des Gedenkens
Die Kirche hat nicht nur eine wichtige Rolle in der Gemeinde, sondern auch eine emotionale Bedeutung. Altbürgermeister Ronald Seeger (CDU) verstarb am 27. Februar 2026, und die Trauerfeier ist für den 11. Mai 2026 in der Kirche angesetzt. Spenden zu seinem Gedenken können an den Förderkreis überwiesen werden, um die fortwährenden Restaurierungsarbeiten zu unterstützen. Zudem hat der Vorstand der Volksbank Rathenow eG am 13. Dezember 2023 einen Scheck über 18.262 Euro für die Restaurierung eines Epitaphs überreicht, was die Unterstützung aus der Region unterstreicht.
Die St. Marien-Andreas-Kirche ist nicht nur ein architektonisches Erbe, sondern auch ein lebendiger Teil der Gemeinschaft von Rathenow. Die Kirche bietet Führungen nach telefonischer Anmeldung an, und ein Buch über die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist erschienen und kann bestellt werden. Diese Initiativen fördern das Bewusstsein für die Geschichte und die kulturelle Bedeutung der Kirche und laden die Menschen ein, sich aktiv an ihrer Geschichte zu beteiligen.
Mit all diesen Bemühungen steht die St. Marien-Andreas-Kirche als Symbol der Hoffnung und der Erneuerung im Herzen von Rathenow und wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle im Leben der Gemeinde spielen.
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