Die Sewanstraße in Berlin-Friedrichsfelde ist zur Zeit ein pulsierendes Baugebiet, das sich mitten im Wandel befindet. Hier wird fleißig geschraubt, gehämmert und gemauert, während mehrere landeseigene Wohnungsbaugesellschaften an neuen Wohnhäusern mit vielen preisgünstigen Wohnungen arbeiten. Seit der Umbenennung der Sewanstraße im Jahr 1992, nach dem malerischen Sewansee in Armenien, hat sich viel getan. Früher hieß das Viertel Hans-Loch-Viertel – benannt nach dem DDR-Finanzminister Hans Loch, der 1960 verstarb.

Das Sewanviertel, das zwischen 1961 und 1966 auf einem ehemaligen Datschen-Gelände errichtet wurde, gilt als erstes Neubauviertel in Ost-Berlin. In den 60er-Jahren entstanden hier rund 5000 Neubauwohnungen für 15.000 Berliner. Doch nach dem Mauerfall zogen viele Bewohner weg – die einst blühende Nachbarschaft wurde still und leer. Komischerweise erleben wir heute einen echten Bauboom, der das Viertel wiederbelebt.

Neue Wohnprojekte und Mietpreise

Die Howoge hat in der Sewanstraße 256 A-C beispielsweise 116 neue Wohnungen errichtet, von denen 76 mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) vermietet werden. Die Mietpreise sind, nun ja, bemerkenswert: Eine 1-Zimmer-Wohnung (35 m²) gibt es bereits ab 367,50 Euro, während eine 3-Zimmer-Wohnung (70 m²) mit WBS bei 735 Euro liegt. Aber ohne WBS? Da steigt der Preis auf 1330 Euro! Und wer eine großzügige 5-Zimmer-Wohnung (125 m²) ohne WBS sucht, der muss schon 2212,50 Euro auf den Tisch legen.

An der Sewanstraße 259 hat die Degewo 136 neue Wohnungen auf dem alten Aldi-Grundstück gebaut – mit einem neuen Aldi-Markt im Erdgeschoss für die schnellen Besorgungen zwischendurch. Hier beginnen die Mietpreise bei 7 Euro pro Quadratmeter, was in der heutigen Zeit schon fast wie ein Schnäppchen klingt. Von diesen neuen Wohnungen sind 48 mit einem WBS verfügbar.

Studentisches Wohnen und mehr

Die Berlinovo hat sich auf den Wohnungsmarkt für Studierende konzentriert und vermietet möblierte Apartments in der Nähe der HTW Berlin. Die Preise? Nun, ein 1-Zimmer-Apartment (16 m²) gibt es ab 480 Euro, während ein 2-Zimmer-Apartment (35 m²) ab 430 Euro pro Monat zu haben ist. Die Suche nach einer passenden Unterkunft für Studierende ist oft ein nervenaufreibendes Unterfangen – aber die neuen Angebote zeigen, dass es auch hier Fortschritte gibt.

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Doch das Thema Wohnraum ist in Berlin ein heißes Eisen. Es mangelt an bezahlbaren Mietwohnungen, insbesondere für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen. Diese Gruppen stehen beim geförderten Wohnungsneubau im Fokus. Verschiedene Wohnraumförderprogramme wurden ins Leben gerufen, um diesen Herausforderungen zu begegnen – von Neubau mit Zusatzoptionen für Genossenschaften bis hin zur Förderung des studentischen Wohnens. Die Wohnungsneubauförderung wurde 2014 wieder eingeführt, und seitdem wächst das Programmvolumen kontinuierlich.

Bis April 2026 sollen über 31.000 mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen gefördert worden sein. Das Ziel ist klar: Jährlich bis zu 5.000 neue Wohnungen sollen eine Neubauförderung erhalten. Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum ist also noch lange nicht vorbei, aber in Friedrichsfelde wird mit jedem neuen Wohnhaus ein Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Weitere Informationen zu Wohnungsangeboten finden sich auf In Berlin wohnen.

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