Heute ist der 22. Mai 2026 und die Situation rund um die Newcastle-Krankheit sorgt für einige Aufregung im Landkreis Dahme-Spreewald. Nach wochenlangen Restriktionen gibt es endlich Licht am Ende des Tunnels: Die Stallpflicht für Geflügel in Bestensee und Königs Wusterhausen wird am 23. Mai aufgehoben. Das klingt nach einer positiven Wendung für die betroffenen Geflügelhalter, die seit dem Ausbruch der hochansteckenden Virusinfektion im Landkreis, der am 4. März festgestellt wurde, mit großen Herausforderungen zu kämpfen hatten.
Der Ausbruch hat nicht nur die Geflügelbestände in Bestensee, sondern auch rund 375.000 Tiere, überwiegend Legehennen, betroffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Ausbruch und damit begann eine Welle von Besorgnis und strengen Maßnahmen. Verdachtsfälle in drei weiteren Stallungen machten die Lage nicht einfacher – insgesamt standen rund 300.000 Tiere auf der Kippe. Um die Ausbreitung des Newcastle Disease Virus zu verhindern, wurde eine Sperrzone von 3 km um Bestensee eingerichtet. Die Überwachungszone erstreckt sich sogar über 10 km, was bedeutet, dass die strengen Vorgaben weitreichende Auswirkungen auf die Geflügelwirtschaft in der Region haben.
Aktuelle Lage und Maßnahmen
Obwohl die Restriktionen gelockert werden, bleibt die Situation angespannt. Veranstaltungen mit Geflügel sind im gesamten Kreis weiterhin verboten, und die Beschränkungen um Wolzig, die auf einen Ausbruch im Landkreis Oder-Spree zurückgehen, bleiben bestehen. Das bedeutet, dass trotz der Aufhebung der Stallpflicht die Betriebe nicht einfach wieder mit Tieren belegt werden können. Die Angst vor einer erneuten Ausbreitung des Virus ist nach wie vor präsent. Es gab im Dahme-Spreewald seit dem 7. April keine neuen Seuchenausbrüche, doch die letzten Wochen waren alles andere als einfach.
Die Newcastle-Krankheit ist nicht nur für die betroffenen Tiere eine ernste Angelegenheit. Die Symptome sind alarmierend: Atemnot, Durchfall und Leistungsabfall können eine hohe Sterblichkeit zur Folge haben. Für Menschen ist die Krankheit zwar ungefährlich, kann aber bei engem Kontakt zu einer Bindehautentzündung führen – also auch nicht gerade angenehm! Die Übertragung des Virus geschieht über die Luft, kontaminierte Materialien oder durch Anhaftungen an Schuhwerk, Kleidung oder Maschinen. Daher wurden die Geflügelhalter im Landkreis aufgefordert, ihre Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen zu überprüfen und strikte Vorgaben einzuhalten.
Die Bedeutung der Impfpflicht
In Deutschland gilt eine Impfpflicht für Geflügel gegen die Newcastle-Krankheit. Das mag auf den ersten Blick wie eine Selbstverständlichkeit erscheinen, doch der letzte Ausbruch in Deutschland liegt bereits 1996 zurück. Die Tatsache, dass wir wieder mit einer so ernsthaften Bedrohung konfrontiert sind, zeigt, wie wichtig die Einhaltung der Impfpflicht und der Präventionsmaßnahmen ist. Zehntausende Tiere mussten bereits getötet werden, um die Seuche einzudämmen. Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern auch eine emotionale Belastung für die Halter, die oft jahrelang in die Aufzucht ihrer Tiere investiert haben.
Der Landkreis hat außerdem eine Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen, die alle betroffenen Maßnahmen bündelt. Die Anordnung zur tierschutzgerechten Tötung und seuchengerechten Entsorgung der Tiere im betroffenen Bestand ist eine der härtesten Entscheidungen, die getroffen werden muss. Und doch ist es notwendig, um das Wohl der übrigen Bestände zu gewährleisten und die Region vor einer weiteren Ausbreitung zu schützen.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Aufhebung von bestimmten Maßnahmen bietet Hoffnung, aber die Geflügelhalter sollten weiterhin vorsichtig sein. Die epidemiologischen Ermittlungen laufen, unterstützt durch den Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes Brandenburg und das Friedrich-Loeffler-Institut, um sicherzustellen, dass der Virus nicht wieder um sich greift. Für die Menschen vor Ort heißt es: wachsam bleiben und die Hygienevorschriften im Blick behalten. Denn die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und manchmal müssen wir einfach die Ruhe bewahren und abwarten.