In Lichtenberg, wo das Leben pulsiert und der Alltag oft von großen Fragen begleitet wird, ist Christoph Harting, der Diskuswurf-Olympiasieger von 2016, auf der politischen Bühne aktiv geworden. Er kandidiert für die Linke bei der Berliner Abgeordnetenwahl im September. Harting, der sich ehrenamtlich engagiert, hat klare Vorstellungen: soziale Gerechtigkeit und die Belange der sozial schlechter gestellten Menschen liegen ihm besonders am Herzen. Seine Entscheidung, in die Politik zu gehen, scheint aus einer tiefen Überzeugung zu resultieren – einem Wunsch, etwas zu bewegen.

Sein politisches Engagement bringt ihn auch zu einem heiklen Thema: der bevorstehenden Olympiabewerbung Berlins. Harting äußert sich kritisch zu diesem Vorhaben. „Politisch motiviert“, so beschreibt er die Bewerbung, und er fügt hinzu, dass diese dem Breitensport nicht zugutekomme. Das Berliner Sportsystem, so Harting, sei marode und heruntergekommen – ein Zustand, der ihm wirklich zu schaffen macht. Die einzige positive Facette der gesamten Olympia-Diskussion sieht er in der Erstellung einer Inventurliste der Berliner Sportstätten. Das klingt fast nach einer traurigen Bilanz.

Harting gegen die Olympiabewerbung

Sein Engagement für das Bündnis NOlympia ist ein weiterer Schritt in diesem Kampf. Dieses Bündnis hat Harting als Unterstützer für das Volksbegehren gegen die Olympiabewerbung Berlins gewonnen. Ein „moralisches Dilemma“ beschreibt er, wenn er über die Nachhaltigkeit vergangener Olympischer Spiele nachdenkt. Verfallene Sportstätten und ungenutzte Infrastruktur – das sind die Schatten, die über den glanzvollen Erinnerungen an die Spiele liegen. Harting sieht es als wichtig an, dass die Stimmen der Bürger gehört werden. Das Bündnis hat bereits mit der Vorbereitung des Volksbegehrens begonnen und plant, bis Anfang 2026 20.000 Unterschriften zu sammeln. Für das Volksbegehren insgesamt sind jedoch 174.000 Unterschriften erforderlich. Ein gewaltiges Unterfangen!

Während Berlin plant, sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele für 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben, wird die Zeit knapp. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird im Herbst 2024 den deutschen Bewerber auswählen. Kritiker wie Klara Schedlich von den Grünen bemängeln das Fehlen eines durchdachten Konzepts und einer Kostenschätzung für die Bewerbung. Harting hat ebenfalls Bedenken, äußert sich aber auch optimistisch: Spiele in Berlin könnte er sich zwar gut vorstellen, bezweifelt jedoch die Fähigkeit der Stadt, dies in der Realität umzusetzen.

Die Zukunft des Sports in Berlin

Am 30. September 2025 wird im Senat von Berlin eine Sitzung stattfinden, in der die Zustimmung zum Aufbau einer zentralen Steuerungseinheit für die nationale Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele erteilt werden soll. Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Sportsenatorin Iris Spranger stehen hinter diesem Projekt. Eine Projektgruppe wird die operative Arbeit in Kommunikation und Beteiligung für das Olympia-Konzept Berlin+ leiten. Insgesamt ist ein Budget von bis zu sechs Millionen Euro für die Jahre 2025 bis 2027 eingeplant. Ein ehrgeiziges Ziel, das viel von der Stadt abverlangt.

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Die geplante Neugestaltung des alten Olympia-Schwimmstadions ist ein Teil dieses Konzepts. Iris Spranger hebt die Tradition Berlins als internationale Sporthauptstadt hervor. Doch während all dieser Pläne blüht bei Harting die Sorge um die Zukunft des Breitensports auf. Sparmaßnahmen in der Stadt werden von vielen kritisiert, und Harting ist einer von ihnen. „Gelder müssen in den Breitensport investiert werden“, fordert Uwe Hiksch von den Naturfreunden Berlin. Und so bleibt die Frage: Wird in der Hektik der großen Pläne der eigentliche Sport, der die Menschen vor Ort bewegt, vergessen?