Heute ist der 12.06.2026, und während wir in Lichtenberg die ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages genießen, brodelt es in der politischen Landschaft Berlins und Brandenburgs. Die Diskussion um eine mögliche Bewerbung für die EXPO 2035 nimmt Fahrt auf – ein Thema, das sowohl die Hoffnungen als auch die Bedenken der beiden Bundesländer auf den Punkt bringt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) haben sich in den letzten Wochen intensiv mit den Plänen für diese Weltausstellung auseinandergesetzt und dabei eine Menge zu sagen gehabt.

Woidke ist nicht gerade der größte Fan von den potenziellen Milliardenkosten, die mit einer EXPO verbunden wären. Er verlangt eine gründliche Prüfung der Wirtschaftlichkeit – zu Recht, wenn man bedenkt, wie wichtig Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind. Wegner hingegen sieht in der EXPO eine riesige Chance für die gesamte Metropolregion Berlin-Brandenburg. Die Vorzüge einer solchen Veranstaltung könnten, so die Hoffnung, die Region nachhaltig stärken und für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen.

Chancen und Herausforderungen

Die beiden Politiker sind sich einig, dass eine Bewerbung für die EXPO 2035 noch nicht in trockenen Tüchern ist. Aktuell wird von einer Arbeitsgruppe geprüft, welche Standorte geeignet wären und wie man die Umsetzung strategisch angehen könnte. Unter den Mitgliedern der Gruppe sind unter anderem Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Finanzminister Daniel Keller (SPD) aus Brandenburg. Ein geeigneter Hauptstandort für die EXPO könnte in der Nähe des neuen Flughafens BER liegen, was eine logistische Überlegung wert ist.

Die EXPO 2035 könnte Berlin und Brandenburg jedoch auch wirtschaftlich enorm voranbringen. Der erwartete wirtschaftliche Effekt beläuft sich auf rund 10 Milliarden Euro für die Region und über 20 Milliarden Euro für ganz Deutschland. Mit bis zu 30 Millionen Besuchern könnten die Übernachtungszahlen in Brandenburg steigen, was nicht nur der Hotellerie, sondern auch der Gastronomie und dem regionalen Tourismus neue Impulse geben würde.

Ein langfristiger Entwicklungsmotor

Woidke hat zudem darauf hingewiesen, dass man sich zuerst auf die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 konzentrieren sollte. Doch die Überlegung, die EXPO 2035 ins Visier zu nehmen, könnte als langfristiger Entwicklungsmotor fungieren. Die Infrastruktur würde ausgebaut, Planungs- und Genehmigungsverfahren würden beschleunigt und die Bauwirtschaft könnte über fast ein ganzes Jahrzehnt neue Impulse erhalten.

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Die Landesregierungen müssen bis Mai zustimmen, damit die nationale Bewerbung vorangetrieben werden kann. Wenn Berlin und Brandenburg es schaffen, sich als einzige europäische Bewerber zu positionieren, könnte das die Wahrnehmung der beiden Bundesländer als Wirtschafts- und Innovationsstandorte erheblich stärken. Ein Konzept, das bereits seit mehreren Jahren besteht, könnte in diesem Zusammenhang an Bedeutung gewinnen.

Ein Blick in die Zukunft

Die EXPO 2035 könnte nicht nur ein Ereignis sein, sondern auch ein Katalysator für Veränderungen in der Stadt. Geplante Nutzungsideen entlang der Spree beinhalten temporäre EXPO-Satelliten, schwimmende Pavillons und mobile Strukturen. Dies könnte eine spannende Möglichkeit bieten, lokale Initiativen zu fördern und den Austausch von Ideen zu ermöglichen.

PWC schätzt, dass die EXPO 2035 zusätzliches BIP-Wachstum von bis zu 22 Milliarden Euro für Deutschland generieren könnte. Die Diskussion um Standorte wie den ehemaligen Flughafen Tegel oder Areale in Schönefeld zeigt, dass die Vorbereitungen bereits in vollem Gange sind.

Mit überparteilicher Unterstützung und mehr als 500 Mitgliedern, darunter zahlreiche Kooperationspartner, könnte das Vorhaben tatsächlich gelingen. Und wer weiß, vielleicht wird der Flughafen Tempelhof bald als zentraler EXPO-Satellit genutzt werden! Berlin und Brandenburg stehen vor einer aufregenden Zeit – die Frage ist nur, wie sie diese Chance ergreifen werden.