In Lichtenberg sorgt ein Gerichtsurteil für Aufregung: Die 31-jährige Thi P. musste sich vor Gericht verantworten, weil sie ohne die nötige medizinische Ausbildung kosmetische Behandlungen durchführte. Das klingt schon fast nach einem Krimi! Die Anklage lautete auf gefährliche Körperverletzung und Betrug. Glaubt man den Berichten, führte sie Hyaluron- und Botoxspritzen durch, ohne auch nur einen Schimmer von medizinischem Wissen zu haben. Vier Frauen, die sich von ihr behandeln ließen, klagten über unzureichende Ergebnisse und gesundheitliche Probleme. Ein Hämatom am Kinn und blaue Lippen – das sind die Folgen, die einige von ihnen erlitten haben. Dabei kassierte Thi P. zwischen 150 und 200 Euro pro Behandlung, ohne jegliche Aufklärung über die Risiken.

Auf den ersten Blick mag es absurd erscheinen, dass jemand ohne medizinische Qualifikationen solche Eingriffe vornimmt. Aber Thi P. hatte offenbar eine interessante Geschichte zu erzählen. Sie behauptete, in Vietnam eine medizinische Ausbildung abgeschlossen zu haben. Ob das wahr ist, bleibt jedoch fraglich. Der Richter stellte klar, dass die Eingriffe, die sie vornahm, nicht hätten durchgeführt werden dürfen. Am Ende bekam sie ein Jahr und drei Monate Haft auf Bewährung. Das klingt schon fast nach einer Fernsehserie, oder?

Ein gefährlicher Trend

Die Vorfälle rund um Thi P. werfen einen Schatten auf die Branche der ästhetischen Medizin in Deutschland. Jährlich werden hierzulande rund 361.000 Botox-Injektionen durchgeführt, und die Zahl der Praxen, die solche Behandlungen anbieten, wächst ständig. Doch die gesetzlichen Regelungen sind mehr als löchrig. In Deutschland gibt es kein Gesetz, das besagt, dass nur Fachärzte für plastische Chirurgie ästhetische Eingriffe vornehmen dürfen. Das heißt, jeder approbierte Arzt kann solche Behandlungen durchführen, unabhängig von seiner tatsächlichen Erfahrung oder Spezialisierung. Das Heilpraktikergesetz verlangt lediglich eine allgemeine Erlaubnis zur „Ausübung der Heilkunde“, ohne spezifische Qualifikationen. Unglaublich, oder?

Das führt dazu, dass viele Patient:innen im Unklaren darüber sind, ob sie wirklich in sicheren Händen sind. Besonders in Zeiten von Social Media, wo Influencer mit ihren „Wundermitteln“ und „Traumlooks“ werben, kann es für Laien schwer sein, zwischen Kompetenz und Beliebtheit zu unterscheiden. Zudem werden die Risiken von ästhetischen Eingriffen oft nicht ausreichend kommuniziert. Allergische Reaktionen, Infektionen oder sogar schwerwiegende Komplikationen – das alles bleibt häufig unerwähnt. In einem Bereich, der so eng mit dem Körper und der Gesundheit verbunden ist, ist das ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Es gibt keine zentrale Erfassung von Komplikationen oder Behandlungsfehlern im ästhetischen Bereich. Schätzungen zufolge gibt es jährlich mehrere tausend Komplikationen. Das ist alarmierend! Und der Markt wächst weiter, ohne dass eine einheitliche Qualitätskontrolle oder Mindestmengenregelungen bestehen. Patientensicherheit sollte an erster Stelle stehen. Vor einem Eingriff wäre es wichtig, eine ausführliche Anamnese und Aufklärung zu erhalten. Frag doch mal nach der Facharztausbildung und klinischen Erfahrung des Behandlers, bevor du auf den „Schönheitszug“ aufspringst.

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Während im Ausland klare Regelungen existieren, sieht es in Deutschland düster aus. Ein Regelungsvakuum, das nicht nur die Patient:innen, sondern auch die Branche selbst betrifft. In einer Welt, wo Aussehen oft über vieles entscheidet, sollte man vielleicht noch einmal über die eigene Sicherheit nachdenken. Und wer weiß, vielleicht ist das Urteil gegen Thi P. ein kleiner Schritt in die richtige Richtung für mehr Sicherheit im Bereich der ästhetischen Medizin.

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