Heute, am 20. Oktober 2026, wird die Berliner Jazzszene um ein weiteres Kapitel bereichert. Die talentierte Pianistin Julia Hülsmann wurde mit dem prestigeträchtigen Jazzpreis Berlin 2026 ausgezeichnet. Die Jury begründet ihre Entscheidung nicht nur mit Hülsmanns außergewöhnlichem Können am Klavier, sondern auch damit, dass sie es schafft, mit ihrer sanften Spielweise ein Publikum über die Grenzen der Jazzszene hinaus zu erreichen. Das ist wirklich bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie oft die Musikszene in ihren Nischen gefangen bleibt.

Das Preisträgerkonzert fand bereits am 16. Juni 2026 im Kleinen Sendesaal des rbb statt. Dort trat Hülsmann gemeinsam mit einer eingespielten Band auf, die offenbar das Publikum verzauberte. Man kann sich die Atmosphäre gut vorstellen: Ein intimes Setting, sanfte Klänge, die durch den Raum schwebten, und das Gefühl, Teil eines besonderen Moments zu sein. Der Jazzpreis Berlin wird von radio3 und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt vergeben – eine Auszeichnung, die es in sich hat!

Ein Leben für die Musik

Julia Hülsmanns musikalische Reise begann schon früh. Bereits ab ihrem elften Lebensjahr erhielt sie Musikunterricht und entdeckte ihre Leidenschaft für das Klavier – ganz im Zeichen ihrer Eltern, die ebenfalls Pianisten sind. Wer hätte gedacht, dass diese ersten Schritte in einer so beeindruckenden Karriere münden würden? In ihrer Jugend war sie von Popmusik geprägt, wobei Künstler wie Sting und Randy Newman ihre musikalische Entwicklung beeinflussten. Doch auch die großen Jazzlegenden wie Chick Corea und Miles Davis fanden ihren Weg in ihr Repertoire. So formte sich ihr einzigartiger Stil, der Jazz und andere Musikrichtungen auf wunderbare Weise kombiniert.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt zog sie nach Berlin, wo sie eine Ausbildung zur Klavierpädagogin absolvierte und 1991 an der Berliner Hochschule der Künste ein Jazz-Piano-Studium begann. Hier lernte sie von Größen wie Walter Norris und Aki Takase. Ihre Karriere nahm Fahrt auf, als sie 1992 Mitglied im Bundesjugendjazzorchester wurde. Ein Umstand, der sie weiter motivierte und ihr die Möglichkeit gab, sich künstlerisch auszudrücken.

Meilensteine der Karriere

Die Gründung des Julia Hülsmann Trios im Jahr 1996 war ein weiterer wichtiger Schritt. Zunächst mit Jazz-Standards unterwegs, erweiterte sie bald ihr Repertoire und begann, eigene Kompositionen zu schreiben. Ihr Debütalbum „Trio“ erschien 2000 und legte den Grundstein für eine beeindruckende Diskografie. Mit „Scattering Poems“, einem Album, das auf Gedichten des US-Dichters E. E. Cummings basiert, stieg sie 2003 in die deutschen Jazz-Top 10 ein – ein echter Erfolg! Später widmete sie sich auch Arrangements für Randy Newman und arbeitete mit bekannten Musikern wie Roger Cicero zusammen.

Ihre kreative Schaffenskraft blieb ungebrochen. So erhielt sie 2021 den Deutschen Jazzpreis für ihr Album „Not Far from Here“ und 2022 den Musikautor*innenpreis der Gema in der Kategorie Komposition Jazz/Crossover. Julia Hülsmann ist nicht nur eine herausragende Musikerin, sondern auch eine leidenschaftliche Lehrerin, die seit 2001 an der Universität der Künste Berlin unterrichtet.

Die Auszeichnung mit dem Jazzpreis Berlin ist also nur die jüngste Ehrung in einer Reihe von vielen, die die Bedeutung von Julia Hülsmann in der Musikszene unterstreichen. Ihre Fähigkeit, die Herzen der Menschen zu erreichen, wird sowohl von der Jury als auch vom Publikum geschätzt. Und so bleibt zu hoffen, dass wir noch viele weitere bewegende Klänge von dieser großartigen Künstlerin hören werden.