Zukunft in Gefahr: Der Club Cassiopeia und die kulturelle Identität Berlins
Heute ist der 15.06.2026 und die Sorgen um den Club Cassiopeia, der auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain beheimatet ist, werden immer drängender. Der Berliner Senat und der Bezirk haben jüngst mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit der Kurth-Gruppe, dem Eigentümer des Geländes, gescheitert sind. Ein Grund mehr, sich in der kreativen Szene der Stadt ernsthaft Gedanken zu machen. Denn die drohende Räumung im Juni könnte nicht nur die Zukunft des Clubs, sondern auch die kulturelle Vielfalt des gesamten Areals in Frage stellen.
Die Kurth-Gruppe plant, auf dem Gelände ein 100 Meter hohes Bürogebäude und Wohnungen zu errichten. Das klingt zwar wie ein Schritt in die Zukunft, aber was ist mit den kulturellen Einrichtungen, die dort seit Jahren florieren? Der Bezirk fordert eine langfristige Sicherung der kulturellen Nutzung für die nächsten 30 Jahre. Das klingt nach einem vernünftigen Kompromiss, und es ist zu hoffen, dass die Kurth-Gruppe ihren eigenen Ehrgeiz nicht über die Bedürfnisse der Gemeinschaft stellt.
Ein verfahrenes Spiel
Die Verhandlungen über die Nutzung des RAW-Geländes sind mittlerweile festgefahren. Während einige Einrichtungen vom Eigentümer die Nutzung untersagt bekommen haben, wurden anderen Vertragsverlängerungen angeboten. Das klingt nach einer ziemlich ungleichen Verhandlungssituation, oder? Martin Pallgen, der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, hat das Verhalten der Kurth-Gruppe scharf kritisiert. Und Jens Schwan, Sprecher der „Soziokulturellen Einrichtungen“, warnt eindringlich, dass eine Räumung zu einer sofortigen Insolvenz vieler Kultureinrichtungen führen könnte. Das würde nicht nur den Club Cassiopeia betreffen, sondern die gesamte kulturelle Landschaft in Friedrichshain-Kreuzberg.
Der Bezirk möchte nun alle Register ziehen und plant, den sogenannten „Bauturbo“ zu nutzen, um eine vorzeitige Genehmigung für den Wohnungsbau zu erhalten. In der Hoffnung, dass dies die kulturelle Nutzung langfristig absichert, wurde Mitte Mai ein Vertrag von Bezirk und Senat präsentiert, der eine solche Absicherung mit der vorgezogenen Baurechtsgewährung verknüpfen soll. Und nicht zu vergessen: Das Land Berlin hat einen Zuschuss für Investitionsmaßnahmen, wie Lärmschutz, angeboten. Das alles klingt nach einem großen Schachspiel, bei dem die Kulturlandschaft als Einsatz auf dem Tisch liegt.
Kultur als Herzstück Berlins
Berlin ist bekannt für seine schillernde Vielfalt an Kultureinrichtungen. Theater, Tanzinstitutionen, Museen, und vieles mehr – die Liste ist lang. Über 70 Kultureinrichtungen werden vom Senat institutionell gefördert. Viele dieser Einrichtungen haben sich in den letzten Jahren rechtlich verselbstständigt, was bedeutet, dass die operative Verantwortung nun bei Stiftungen und GmbHs liegt. Doch die Kulturverwaltung behält die Anforderungen für den Umgang mit öffentlichen Mitteln im Blick.
In einem so dynamischen und pulsierenden Umfeld wie Berlin ist die kulturelle Vielfalt nicht nur ein Plus, sondern essenziell. Die Entscheidung über die dauerhafte Förderung dieser Einrichtungen erfolgt durch das Abgeordnetenhaus im Rahmen der Haushaltsaufstellung. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass kulturelle Räume wie der Club Cassiopeia nicht nur als Randnotiz, sondern als Herzstück einer lebendigen Stadt betrachtet werden.
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