Unter der Minna-Todenhagen-Brücke in Schöneweide, einem der lebendigsten Ecken Treptow-Köpenicks, brodelt es gewaltig. Hier haben sich seit 2021 junge Menschen zusammengefunden, um einen Ort zu schaffen, der nicht nur Platz für Tricks auf Skateboards, Stunt-Rollern und BMX-Rädern bietet, sondern auch für Begegnungen und kreative Entfaltung. Die Brücke hat sich zu einem echten Treffpunkt für die Subkultur entwickelt – ein Ort, an dem Jugendliche ihre Leidenschaft ausleben können.

Jonas, ein BMX-Fahrer, schwärmt von seinen Erlebnissen unter der Brücke. „Es ist einfach genial, hier mit Freunden zu skaten und die neuesten Tricks auszuprobieren“, erzählt er begeistert. Doch die Leidenschaft der Jugendlichen hat auch ihre Tücken. Sascha Vogl und Sebastian Kirschbaum setzen sich seit Jahren für den Skatepark ein, der liebevoll „das Nest“ genannt wird. Sie haben mit Schutt und Holz Skate-Elemente gebaut, die zwar nicht genehmigt waren, aber das Herzstück dieses Ortes bilden. Das Bezirksamt forderte die Entfernung dieser Objekte, doch die beiden wollten den Ort unbedingt erhalten.

Ein Ort für Gemeinschaft

Um den Konflikt zu entschärfen, gründeten Sascha und Sebastian den Verein „Poor Birds“. Mit etwa 60 Mitgliedern setzen sie sich dafür ein, dass der Platz als Jugendort anerkannt wird. Unterstützt durch den KJBB (Kreisjugendring Berlin-Brandenburg), sammeln sie die Wünsche und Bedarfe der Jugendlichen, um ein Konzept zu entwickeln, das alle einbezieht. Ein Beteiligungsworkshop wurde organisiert, bei dem die Ideen für das Freizeitangebot unter der Brücke zusammengetragen wurden. Das geplante Konzept umfasst nicht nur einen Skatepark, sondern auch Basketballfelder, Tischtennisplatten und eine Calisthenics-Anlage. Sitzgelegenheiten sind natürlich auch vorgesehen, damit die Jugendlichen nach dem Sport entspannen können.

Die Unterstützung des Bezirksamtes kommt nicht von ungefähr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, hat regelmäßig Kontakt zu den Initiatoren. Sie plant, Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes zu beantragen, um das Projekt mit 600.000 Euro zu fördern. Das ist eine echte Chance für die jungen Menschen in Treptow-Köpenick, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement für mehr Freizeitmöglichkeiten kämpfen.

Politische Herausforderungen und kulturelle Initiativen

In einem Bezirk wie Treptow-Köpenick, der mit etwa 290.000 Einwohnern der flächenmäßig größte in Berlin ist, sind die politischen Verhältnisse oft ein ständiges Hin und Her. Bei der Wiederholungswahl 2023 kam die CDU mit 14 Sitzen als stärkste Kraft ins Spiel – gefolgt von SPD, Linken, AfD und Grünen. Bürgermeister Oliver Igel, der seit 2011 im Amt ist, plant seine Wiederwahl im Jahr 2026. Es ist ein spannendes Politikum, das auch die Initiativen wie die „Traumfabrik Treptow“ betrifft, die sich für die Nutzung eines geschlossenen Kinos als kulturellen Raum starkmacht.

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Eine Petition wurde ins Leben gerufen, um den Eigentümer zur Zusammenarbeit zu bewegen. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Stimmen der Jugendlichen gehört werden. Denn die positiven Erfahrungen mit Jugendjurys haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche in der Lage sind, selbst über finanzielle Ressourcen zu entscheiden. Das alles geschieht im Rahmen des Jugend-Demokratiefonds Berlin – ein Programm, das die demokratische Beteiligung und das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen fördern soll. „Stark gemacht! Jugend nimmt Einfluss“ – so lautet das Motto, und genau das wird hier unter der Brücke in Schöneweide umgesetzt.

Die Atmosphäre ist geprägt von Kreativität, Zusammenhalt und einer gehörigen Portion Optimismus. Sascha und Sebastian sind überzeugt, dass ihr Skatepark-Projekt trotz möglicher politischer Herausforderungen bestehen bleiben wird. Die Jugendlichen haben einen Ort, der nicht nur Raum für Sport und Spiel bietet, sondern auch für die Entwicklung von Gemeinschaft und Identität. Ein echtes Nest für die Jugend Treptow-Köpenicks.

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