Am Kottbusser Tor, einem der bekanntesten Bahnhöfe Berlins, hat sich in den letzten Monaten viel getan. Im September 2025 nahm ein Reporter an einem bemerkenswerten Experiment der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teil, das als geglückt gilt. Ziel dieser Initiative sind Führungen, die sich speziell an lokale Akteure und Organisationen richten, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten. Diese Führungen sollen aufklären, wie man in Gefahrensituationen am Bahnhof richtig reagiert und verborgene Orte aufzeigen, die bislang wenig Beachtung fanden.
Die Führungen sind Teil der Aktionstage „Kotti räumt auf“ und sollen nicht nur lokale Akteure, sondern auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ansprechen. Mansur Akin, ein Sicherheitsmitarbeiter der BVG, berichtet von den Herausforderungen, die am Kottbusser Tor bestehen, insbesondere von der Drogenszene und den häufigen Streitigkeiten, die sogar in Angriffen auf Fahrgäste enden können. Diese Problematik spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass Sicherheitskräfte rund um die Uhr patrouillieren, um derartige Vorfälle einzudämmen. Aktuell sind mindestens sechs Sicherheitskräfte am Kottbusser Tor im Einsatz, um die Situation zu verbessern.
Sicherheitsinitiativen und positive Entwicklungen
Die BVG hat in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Entwicklung hinsichtlich der Sicherheit am Kottbusser Tor verzeichnet. Im ersten Halbjahr 2025 gab es 17% weniger Straftaten und 41% weniger Übergriffe auf Beschäftigte. Diese positive Entwicklung ist das Ergebnis einer sichtbaren Präsenz sowie der Zusammenarbeit mit der Polizei. Auch der Einsatz intelligenter Videotechnik und gezielte Präventionsmaßnahmen haben zum gestiegenen Sicherheitsgefühl der Fahrgäste beigetragen.
Die Führungen am Innovationsbahnhof Kottbusser Tor sind speziell für Menschen mit besonderem Schutzbedürfnis konzipiert, wie etwa Seniorinnen und Senioren, Frauen und queere Personen. Ziel ist es, Sicherheit verständlich, sichtbar und erlebbar zu machen. Die Teilnehmer lernen praxisnah die Sicherheitsmaßnahmen kennen, darunter Notruf- und Informationssäulen sowie die Kameraüberwachung, die mittlerweile über 7000 Kameras in Berlins U-Bahnhöfen umfasst. 90% dieser Kameras sind modernen Bauarten und werden kontinuierlich weiterentwickelt, um auch kritische Situationen zu erkennen.
Ein Blick in die Zukunft
Die BVG plant für 2025 insgesamt 13 weitere Termine für die Führungen, insbesondere für vulnerable Gruppen. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Sicherheit ist die verstetigte Reinigungsstreife, die Sicherheits- und Reinigungskräfte gemeinsam umfasst. Zusätzlich sollen Maßnahmen wie hellere Beleuchtung, bessere Einsehbarkeit und gezielte Bodenmarkierungen implementiert werden, um die Auffindbarkeit von Notrufsäulen zu verbessern.
Insgesamt zeigt die Initiative der BVG, dass Sicherheit im öffentlichen Raum nicht nur von der Polizei, sondern auch von der Gemeinschaft und den Verkehrsunternehmen selbst ausgeht. Die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt am Kottbusser Tor sollen zudem auf andere Bahnhöfe übertragen werden, um flächendeckend für mehr Sicherheit und ein besseres Gefühl des Wohlbefindens zu sorgen. Die positiven Rückmeldungen der Passagiere sowie die kontinuierlichen Anpassungen der Sicherheitsstrategien sind ein Schritt in die richtige Richtung, um das Kottbusser Tor zu einem sichereren Ort für alle zu machen.