Heute ist der 30.05.2026 und im Herzen von Friedrichshain-Kreuzberg brodelt die Stimmung. Der geplante Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) zieht immer größere Wellen und sorgt für Aufregung – und das zu Recht! Am Nachmittag, ab 14 Uhr, rufen die Aktivisten der Bürgerinitiative „SEZ für alle“ zu einer Sportdemo im Volkspark Friedrichshain auf. Das Ziel ist klar: Der Erhalt des SEZ, das für viele Berlinerinnen ein Stück Heimat und Geschichte ist.
Das SEZ, ein Relikt aus der DDR, ist bekannt für seine vielfältigen Einrichtungen wie ein Schwimmbad, Restaurants, eine Eisbahn und Bowlingbahnen. Es hat Generationen von Berlinerinnen Freude bereitet und war ein Ort der Begegnung. Doch der Berliner Senat plant, das Gelände für den Bau von Wohnungen zu opfern. Ein Umstand, der nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch zu einem kreativen und bunten Protest führt. Die geplanten Aktivitäten umfassen unter anderem „Medizin nach Noten“ Gymnastik, Tauziehen, Bobby-Car-Wettrennen und spannende Redebeiträge.
Ein Aufschrei gegen den Abriss
Die Proteste gegen die Abrisspläne sind nicht neu. Seit Bekanntwerden der Absichten des Senats gibt es regelmäßige Versammlungen und Demos. Das Bündnis „SEZ-Quartier neu Denken“ schlägt einen Kompromiss vor: vier neue Hochhäuser könnten errichtet werden, während zentrale Teile des SEZ erhalten blieben. Bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus am kommenden Montag wird dieser Vorschlag präsentiert. Ein Neubau könnte immerhin 700 Wohnungen ermöglichen, ohne das historische Erbe der Berlinerinnen zu opfern. Ein Gedanke, der vielen Anwesenden Hoffnung gibt.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte den Abriss ursprünglich für Anfang März geplant. Doch dann kam die Wende: Aufgrund artenschutzrechtlicher Bedenken wurde das Projekt gestoppt. Das gibt den Aktivistinnen einen kleinen Schimmer der Hoffnung. Architekt Günter Reiss, der das SEZ entworfen hat, ist unter den Demonstrierenden und äußert, dass das Gebäude intakt sei und kein Grund für einen Abriss bestehe. Seine Stimme ist eine wichtige, denn er weiß, wovon er spricht.
Die Stimmen der Bürger*innen
Vereine wie die Naturfreunde Berlin und Gemeingut in BürgerInnenhand unterstützen den Protest und fordern das Bezirksamt auf, den Abriss zu stoppen. Bereits wurde eine Frist bis Mittwochmittag gesetzt, um den offiziellen Plan für den Kompromiss zu präsentieren. Ob das Bezirksamt dem Druck standhält und wirklich an einem alternativen Konzept arbeitet, bleibt abzuwarten.
Die Atmosphäre heute im Volkspark ist eine Mischung aus Entschlossenheit und Hoffnung. Die Menschen sind gekommen, um zu zeigen, dass sie für ihr SEZ kämpfen. Zusammenhalt wird hier großgeschrieben, und man spürt die Energie, die von den Teilnehmenden ausgeht. Die Demonstrierenden sind sich einig: Das SEZ gehört nicht nur zur Geschichte Berlins, sondern auch zur Zukunft. Die Frage ist nur, ob die Verantwortlichen das erkennen und entsprechend handeln.
