Die Buchhandlung InterKontinental in Berlin-Friedrichshain hat erneut für Aufsehen gesorgt: Sie wurde mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichnet. Diese Ehrung ist nicht die erste für die Buchhandlung, die sich seit 2018 in der Sonntagsstraße 26, nahe dem Ostkreuz, befindet. Nach den Auszeichnungen in den Jahren 2021 und 2023 ist dies bereits die dritte Würdigung, die für ihr Engagement in der afrikanischen Literatur und Kultur verliehen wird. Bei der Preisverleihung setzte sich InterKontinental gegen knapp 500 andere Buchhandlungen durch, die sich beworben hatten.

Im vergangenen Jahr erlebte die Buchhandlung eine umfassende Erweiterung, sowohl räumlich als auch inhaltlich. Nun ist sie nicht nur ein Ort zum Bücherstöbern, sondern auch ein Treffpunkt für afrikanische Literatur, Kultur und kulinarische Genüsse. Die panafrikanische Küche, unter der Leitung des erfahrenen Küchenchefs Sibusiso Mntambo, der in der gehobenen Hotellerie in Kapstadt ausgebildet wurde, ist ein Highlight für die Besucher. Dazu kommen gemütliche Aufenthaltsflächen, die zum Lesen und Austauschen einladen.

Afrikanische Literatur im Fokus

Die Inhaberin Venice Trommer, die Afrikawissenschaften studiert hat, erkannte früh, dass es in deutschen Buchhandlungen nur wenige afrikanische Bücher gab. Glücklicherweise hat sich die Verfügbarkeit afrikanischer Literatur in den letzten Jahren spürbar verbessert, insbesondere an Universitäten. InterKontinental führt eine breite Auswahl an Genres, von Krimi über Science-Fiction bis hin zu Kinderbüchern, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Sogar zwei Exemplare auf Suaheli sind im Sortiment zu finden. Aber auch abseits des afrikanischen Themas sind Werke zu finden, wie beispielsweise die Memoiren von Britney Spears.

Ein besonderes Highlight ist das jährlich stattfindende „African Book Festival“, das von dem gleichnamigen Verlag organisiert wird. Im kommenden Juli wird das Festival verschiedene Arten von spekulativer Fiktion aus Ghana und darüber hinaus feiern. Unter den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern ist auch die ghanaische Geschichtenerzählerin Ivana Akotowaa Ofori, die für ihre Arbeiten bereits mehrfach nominiert wurde und deren Debüt-Novelle „The Year of Return“ 2024 veröffentlicht wird.

Kulturelle und politische Dimensionen

Der kulturpolitische Appell von InterKontinental ist unüberhörbar: Es ist notwendig, Strukturen zu schaffen, die Preise als Wertschätzungen wiederherstellen. In einer Zeit, in der Buchautor:innen und -handlungen zunehmend auf Preisgelder angewiesen sind, um überleben zu können, stellt sich die Frage, wie die Wertschätzung für Literatur gefördert werden kann. Afrikanische Literatur, die oft in europäischen und afrikanischen Sprachen verfasst wird, behandelt wichtige Themen wie Kolonialgeschichte, nachkoloniale Enttäuschungen und Migrationserfahrungen. Diese Themen sind nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Gesellschaft von großer Bedeutung und finden zunehmend Beachtung.

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Die moderne afrikanische Literatur spiegelt globale Themen wider und wird als transkulturell wahrgenommen. Trotz der Herausforderungen im Buchmarkt erfährt die afrikanische Literatur eine wachsende internationale Anerkennung. Literaturpreise und Buchmessen sind wichtige Plattformen, um afrikanische Stimmen zu fördern und Sichtbarkeit zu geben. Die Buchhandlung InterKontinental spielt hierbei eine entscheidende Rolle und trägt maßgeblich zur Förderung und Verbreitung afrikanischer Literatur in Deutschland bei.

Für weitere Informationen über das African Book Festival und die neuesten Entwicklungen in der afrikanischen Literatur können Interessierte die Instagram-Profile @akotowaa und @abfberlin besuchen.