Das Verwaltungsgericht Berlin hat ein Urteil gefällt, das für viele Anwohnerinnen in Kreuzberg eine kleine Sensation ist: Der Görlitzer Park muss nachts wieder geöffnet bleiben! Diese Entscheidung kam nach einer Klage von fünf Anwohnerinnen, die gegen eine seit dem 1. März 2024 geltende Allgemeinverfügung vorgegangen waren. Diese Verfügung sah eine nächtliche Schließung des Parks durch einen Sicherheitsdienst vor. Doch das Gericht stellte klar, dass die Schließung formell rechtswidrig war. Denn der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist für solche Maßnahmen zuständig – nicht der Senat, der die Schließung mit einem „wichtigen Gesamtinteresse Berlins“ begründet hatte.

Der Senat hatte im Frühjahr 2024 versucht, die nächtliche Schließung durchzusetzen, nachdem der Bezirk einer Aufforderung nicht nachgekommen war. Im Sommer 2024 trat zudem eine Änderung des Grünanlagengesetzes in Kraft, die Schließungen an kriminalitätsbelasteten Orten ermöglicht. Aber auch hier kann sich der Senat nicht darauf berufen, da die Anordnung schon zuvor erlassen wurde. Die Zuständigkeit für die Festlegung von Öffnungszeiten liegt eindeutig bei der Bezirksverwaltung und nicht beim Senat. Das bedeutet, dass der Park nun weiterhin als Ort der Begegnung und Entspannung für die Kreuzberger Gemeinschaft erhalten bleibt.

Ein Blick auf die Kriminalität im Görlitzer Park

Die Begründung für die Schließung basierte auf einem Sicherheitsgipfel im Jahr 2023, der die Drogenkriminalität und Gewalt im Park thematisierte. Interessanterweise kommt ein kriminologisches Gutachten zu dem Schluss, dass es keinen ausreichenden Nachweis für eine besondere Kriminalitätsbelastung des Parks nachts gibt. Tatsächlich zeigen Polizeistatistiken, dass in der Zeit von Oktober 2024 bis August 2025 im Görlitzer Park 835 Straftaten erfasst wurden, aber nur 216 davon während der Schließzeiten. Viele dieser Delikte sind Kontrolldelikte, die nur bei Polizeikontrollen registriert werden.

Es scheint, als ob der Görli, wie er liebevoll genannt wird, ein Ort ist, der von der Kreuzberger Community geschätzt wird, und das nicht nur für die Natur. Die Initiative „Görli zaunfrei“ hat bereits eine Feier im Park geplant und ruft dazu auf, den Park ab 20 Uhr wieder zu nutzen. Hier treffen sich Menschen, um zu entspannen, zu feiern und einfach das Leben zu genießen. Das hat auch seine Berechtigung, denn der Park ist ein zentraler Bestandteil des Lebensgefühls in Kreuzberg.

Kriminalität in Berlin und darüber hinaus

Die Entwicklungen im Görlitzer Park stehen auch im Kontext der allgemeinen Kriminalitätsentwicklung in Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 sank die Kriminalität im ganzen Land um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten. Ein Hauptgrund dafür ist die Cannabis-Teillegalisierung, die zu einem Rückgang der Rauschgiftkriminalität geführt hat. Allerdings ist die Gewaltkriminalität um 1,5 % gestiegen und hat mit 217.277 Fällen den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Dies sind alarmierende Zahlen, die uns zum Nachdenken anregen sollten.

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Ein besorgniserregender Trend ist der Anstieg der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen. Die Statistiken zeigen, dass die Anzahl der tatverdächtigen Kinder um 11,3 % und die der Jugendlichen um 3,8 % gestiegen ist. Dies wirft Fragen auf – was ist mit unserer Gesellschaft los? Und was bedeutet das für die Sicherheit in unseren Parks und auf unseren Straßen?

Die Polizeistatistik erfasst nur die Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Dunkelfeldstudien, die 2025 veröffentlicht werden sollen, könnten ein umfassenderes Bild der Kriminalität in Deutschland liefern. Bis dahin bleibt der Görlitzer Park ein Ort des Aufeinandertreffens, der sowohl Freude als auch Herausforderungen mit sich bringt. Vielleicht ist das gerade das, was ihn so einzigartig macht.

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