Holzhochhäuser: Die grüne Revolution in Berlins Wohnungsbau?
Heute ist der 13.06.2026 und in Friedrichshain-Kreuzberg gibt es ein Thema, das die Gemüter erhitzt und die Baupläne auf den Kopf stellt. In Deutschland fehlen sage und schreibe 1,4 Millionen Wohnungen. Das ist eine Zahl, die einen schwindelig machen kann. Die Baubranche hat es nicht leicht: steigende Kosten und Personalmangel setzen den Betrieben zu. Da könnte man meinen, dass innovative Lösungen gefragt sind, aber nicht alles, was neu und anders ist, kommt bei den Entscheidungsträgern gut an. Ein geplantes Holzhochhaus in Berlin, das WoHo, wurde von Bezirksverordneten abgelehnt, weil es angeblich nicht ins Stadtbild passe. Wie bitte? In einer Stadt, die ständig im Wandel ist, wird das Potenzial von Holz als Lösung für die Wohnungsknappheit derart ignoriert?
Holz, das Material der Zukunft – oder zumindest könnte es eines sein. Das Wachstum des Holzbaus in Deutschland ist nicht zu übersehen. Der Anteil im Ein- und Zweifamilienhausbau ist von 16% auf 26% gestiegen. Im Bereich der Mehrfamilienhäuser hinkt Holz jedoch noch hinter Beton und Kalksandstein her. Historische Gründe sind hier der Brandschutz, der vielen als Argument dient. Dabei wird die Vorstellung, dass Holzhäuser schneller brennen, als Mythos entlarvt. In Ländern, wo Holzbau weit verbreitet ist, gibt es keinerlei erhöhte Brandrisiken. Das sollte zu denken geben!
Die Vorteile des Holzbaus
Hybridbauten, die Mischungen aus Holz und Beton darstellen, sind derzeit stark nachgefragt. Und das aus gutem Grund: Holz bindet CO₂ während seines Wachstums und speichert es in der Konstruktion. Eine CO₂-arme Bauweise, die für Investoren immer interessanter wird. Doch Holzbau ist nicht unbedingt kostengünstiger als der herkömmliche Mauerwerksbau. Auf der anderen Seite sind 80% aller Holzhäuser vorgefertigt. Das bedeutet Zeit- und Kostenvorteile – und wer kann da schon widerstehen?
Schaut man sich den Luisenblock West an, ein Bürogebäude für den Bundestag, das in nur 20 Monaten als Holzmodulbau errichtet wurde, wird deutlich, wie schnell und effizient Holzbau sein kann. Modulares Bauen ist besonders vorteilhaft, wenn ganze Stadtteile gleichzeitig entstehen sollen. Da kommt man ins Träumen: Stellen Sie sich vor, wie Holzhochhäuser die deutsche Wohnungsnot lindern könnten! Es wird prognostiziert, dass Deutschland in den nächsten 20 Jahren genug Holz hat, um viel zu bauen. Die Wälder sind größtenteils Wirtschaftswälder, was die Nutzung von Holz rechtfertigt.
Das Stadtbild von morgen
Die Herausforderung bleibt: Gute Architektur kann serielle Gebäude ansprechend gestalten, ohne dass das Stadtbild leidet. Doch das ist oftmals ein schmaler Grat und hängt stark von der Kreativität der Architekten ab. Man könnte fast meinen, dass es an der Zeit ist, die Vorurteile gegenüber dem Holzbau etwas abzubauen und den Mut zu haben, Neues zu wagen. Schließlich gibt es in der Architektur immer einen Platz für Innovation, auch wenn die Tradition schwer im Magen liegt.
Und so stehen wir an einem Wendepunkt. Sollten wir wirklich den Holzhochhäusern eine Chance geben? Vielleicht ist es an der Zeit, die Sichtweise zu ändern und den kreativen Köpfen die Möglichkeit zu geben, mit Holz zu experimentieren. Die Lösungen für die Wohnungsnot liegen nicht nur in der Vergangenheit, sondern vor allem in der Zukunft – und die könnte grüner und nachhaltiger sein, als wir uns heute vorstellen können.
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