Eichenprozessionsspinner: Gefahr am Görlitzer Park!
Die Grillwiese im Görlitzer Park in Berlin wird zurzeit von einem unerwarteten, aber gar nicht so seltenen Übel heimgesucht: dem Eichenprozessionsspinner. Ab sofort ist der gesamte Bereich bis auf Weiteres gesperrt, und das hat einen guten Grund. Ein starker Befall mit diesen kleinen, aber gefährlichen Raupen zwingt den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg dazu, die Absperrungen strikt zu beachten. Die Situation ist ernst, denn die Brennhaare der Raupen können bei Kontakt gesundheitliche Beschwerden auslösen, die von Hautreizungen bis hin zu Atembeschwerden und allergischen Schocks reichen. Wir können also nur raten: Finger weg von den Raupen und ihren Nester!
Der Eichenprozessionsspinner, oder wie die Wissenschaftler sagen, Thaumetopoea processionea, ist eine heimische Schmetterlingsart, die vor allem in warmen, lichten Eichenwäldern und an Bestandsrändern ihr Unwesen treibt. Besonders zwischen April und Juli sind die Raupen aktiv, und sie ziehen in charakteristischen Prozessionen von Baum zu Baum. Es ist fast wie ein kleines Schauspiel der Natur, nur dass die Zuschauer in diesem Fall besser einen großen Bogen machen sollten. Der Bezirk hat bereits Fachfirmen mit der Beseitigung des Befalls beauftragt, aber wann die Grillwiese wieder geöffnet werden kann, bleibt unklar. Solange die Gesundheitsgefahr besteht, bleibt die Sperrung bestehen.
Gesundheitsgefahren und Schutzmaßnahmen
Die Brennhaare dieser Raupen sind nicht zu unterschätzen. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie ein Nesselgift, das bei Menschen zu unangenehmen Hautsymptomen führt, wie Juckreiz und Rötungen. In einigen Fällen können sogar schwerwiegendere Symptome wie Fieber oder Kreislaufreaktionen auftreten. Es ist also nicht nur ein graues Geschöpf, das da umherkrabbelt; das kann richtig schmerzhaft werden! Wer beim Waldspaziergang auf befallene Eichen trifft oder mit alten Nestern in Kontakt kommt, sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen. Individualität ist hier wichtig, denn die Reaktionen können von Person zu Person unterschiedlich sein.
Die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen, um dem Eichenprozessionsspinner Herr zu werden. Während mechanische, thermische und biologische Bekämpfungen zum Einsatz kommen, ist auch die chemische Bekämpfung mit Biozidprodukten eine Option. Diese sollten jedoch möglichst sparsam eingesetzt werden, da sie auch geschützte Tierarten gefährden können. Bei der Bekämpfung muss auf die Wetterverhältnisse geachtet werden – am besten bei windstillem, niederschlagsfreiem Wetter. Ein bisschen wie ein Schachspiel mit der Natur!
Die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners
Ein wenig Hintergrundwissen über diesen Schmetterling kann nicht schaden. Der Eichenprozessionsspinner hat vier Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Puppe und schließlich der unscheinbare Falter. Letzterer hat eine Spannweite von 25 bis 32 Millimetern und legt bis zu 300 Eier in den Ästen von Eichen ab. Die Larven fressen ungeniert Blätter und Knospen und bilden Gruppen von bis zu 30 Raupen. Das klingt jetzt vielleicht nach einem kleinen Naturwunder, aber das ist es leider nicht – es ist ein großes Gesundheitsrisiko.
Die Vorkommen des Eichenprozessionsspinners sind je nach Region und Wetterlage unterschiedlich und treten meist ab Anfang Mai auf. Nester findet man häufig in Astgabelungen oder am Stamm der Bäume, und auch Jahre nach der Besiedlung können die Brennhaare aktiv bleiben. Wer einen befallenen Baum passiert, sollte sich bewusst sein: Der Kontakt kann schneller geschehen, als man denkt, und die Folgen sind nicht zu unterschätzen.
In Friedrichshain-Kreuzberg ist die Situation angespannt, aber die Behörden sind aktiv. Die Meldung an die Gemeinde oder das Forstamt ist wichtig, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Vielleicht wird das Schauspiel der Raupen bald aufhören, wenn sie sich zu Faltern entwickeln. Wildtierexperte Dirk Ehlert ist optimistisch und schätzt, dass die Probleme in etwa zwei Wochen vorbei sein könnten. Aber bis dahin heißt es: Abstand halten und die Natur mit einem gesunden Respekt betrachten.
