Heute ist der 11.05.2026 und die Technische Universität (TU) Berlin steht im Rampenlicht – allerdings nicht aus den besten Gründen. Vor dem geschlossenen Hauptgebäude versammelten sich Mitglieder des Bündnisses „Campus sanieren“ und gaben eine Pressekonferenz, die die ernsten baulichen Mängel der Institution ins Bewusstsein rückt. Die TU Berlin hat das Hauptgebäude aufgrund gravierender Mängel im Brandschutz geschlossen. Ein Zustand, der nicht nur die Infrastruktur betrifft, sondern auch das Leben von rund 35.000 Studierenden erheblich beeinträchtigt.

Die aktuelle Situation ist besorgniserregend. Laut Berichten gibt es einen Sanierungsstau von etwa 2,4 Milliarden Euro. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra räumt ein, dass in den letzten Jahren der Fokus auf Neubauten lag, während die bestehende Infrastruktur sträflich vernachlässigt wurde. Es mangelt an allem – von Wasserschäden über durchfeuchtete Wände bis hin zu möglichen Beeinträchtigungen der Stromversorgung. Das Hauptgebäude war eine zentrale Anlaufstelle für Studierende, und die Schließung verschärft die ohnehin schon angespannten Studienbedingungen. Man fragt sich, wie lange das noch gutgehen kann.

Die Auswirkungen auf Studium und Lehre

In dieser angespannten Lage mussten bereits 400 Lehrveranstaltungen umorganisiert werden – ein wahres Chaos! Die Studierenden müssen sich auf andere Räumlichkeiten oder digitale Formate umstellen. Das ist nicht nur mühsam, sondern kostet auch wertvolle Zeit und Nerven. Es gibt keinen klaren Zeitrahmen, wann das Hauptgebäude wieder freigegeben werden kann, und die Informationen vom Universitätspräsidium sind rar. Das sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Ein kleiner Lichtblick? Studierende können das Gebäude montags bis mittwochs zwischen 8 und 18 Uhr betreten, um persönliche Gegenstände abzuholen, allerdings nur mit vorheriger Anmeldung beim Hauptpförtner.

Die TU liegt hinter ihrem eigenen Sanierungsplan zurück und hat keine Rücklagen zur Behebung des Sanierungsstaus. Die Berliner Senat wird nun aufgefordert, dringend notwendige Mittel bereitzustellen, um den Verfall der Infrastruktur zu stoppen. Das Bündnis „Campus sanieren“ hat angekündigt, politischen Druck zu erhöhen, um einen Notfonds zur Vermeidung weiterer Schließungen zu schaffen. In einer Zeit, in der die Bildung immer mehr unter Druck gerät, ist das ein fatales Signal.

Politische Dimensionen und Kritik

Vor der Pressekonferenz fand eine Kundgebung statt, bei der die sozialistische Gruppe Student Resistance die Schließung mit der militaristischen Politik der Regierung in Verbindung brachte. Die Kritik an Bildungskürzungen ist laut und deutlich, vor allem im Vergleich zu den hohen Ausgaben für Polizei und Überwachung. Tobias Schulze, der Fraktionsvorsitzende der Linken, äußerte sich ebenfalls kritisch. Er bezeichnete die Pläne des Senats zur Gründung einer zentralen Hochschulbaugesellschaft als unzureichend und problematisch für die Autonomie der Hochschulen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Verantwortlichen auf diesen Druck reagieren werden.

In der Zusammenarbeit zwischen der TU und der Senatsverwaltung für Wissenschaft wird eine konstruktive Haltung betont. Dennoch sind die finanziellen Rücklagen der TU bereits für Baumaßnahmen und Abfederung von Kürzungen verplant. Ein externes Gutachten hat den Sanierungsbedarf auf 2,4 Milliarden Euro beziffert, während der gesamte Sanierungsbedarf aller Berliner Universitäten (ohne Charité) sogar bei 8,4 Milliarden Euro liegt. Die Schieflage der Berliner Hochschulen ist also nicht nur ein Problem der TU, sondern betrifft das gesamte Bildungssystem der Stadt.

Es bleibt spannend, ob und wie die TU Berlin und die Stadtverwaltung aus dieser Misere herausfinden. Die Stimmen der Studierenden und der kritischen Gruppen werden lauter. Die Zeit drängt und die Frage bleibt: Wann wird endlich gehandelt?