In einem außergewöhnlichen Schritt plant das US-Außenministerium die Ausgabe einer limitierte Sonderserie von Reisepässen, die anlässlich des 250. Jubiläums der Vereinigten Staaten herausgegeben wird. Diese speziellen Pässe werden ein Portrait von Präsident Donald Trump auf einer Innenseite tragen, ergänzt durch eine goldene Darstellung seiner Unterschrift. Auf der Rückseite wird eine kleine, goldene Hologramm-Darstellung der US-Flagge mit der Zahl 250 prangen. Die limitierte Auflage wird voraussichtlich zwischen 25.000 und 30.000 Exemplaren umfassen und soll kurz vor dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli in Washington, D.C. erhältlich sein.
Die Idee, Trump so prominent in einem Reisedokument abbilden zu lassen, sorgt bereits für viel Aufsehen und ist nicht ohne Kontroversen. Kritiker führen an, dass die Praxis an die Verherrlichung autokratischer Herrscher erinnere. Trump ist der erste lebende Präsident, der in einem Reisepass abgebildet wird, während seine Vorgänger lediglich als Teil der Darstellung des Mount Rushmore verewigt sind. Gleichzeitig sollen aktuelle Reisepässe weiterhin Zitate von früheren Präsidenten enthalten, darunter auch John F. Kennedy und Dwight Eisenhower.
Öffentliche Reaktionen und historische Kontexte
Die Sonderserie hat bereits online für Kritik und Spott gesorgt. Viele Menschen sehen in dieser Maßnahme eine weitere Initiative von Trump, seinen Namen und sein Abbild in der amerikanischen Kultur zu verankern. Erinnern wir uns an die „Trump Gold Card“, die ein Visum mit Bleiberecht in den USA bietet, oder an die Umbenennung des Kennedy Centers in Trump Kennedy Center. Solche Schritte unterstreichen Trumps Bestreben, sich selbst in der amerikanischen Geschichte zu verankern.
In einem weiterführenden Kontext ist zu beobachten, dass Trump in seiner zweiten Amtszeit auch eine Revision der US-amerikanischen Geschichte plant, die eine positive Sichtweise auf die Nation fördern soll. Politische Helfer haben bereits damit begonnen, Ausstellungen zu beenden, bestimmte Bücher aus der Schullektüre zu verbannen und Institutionen zu übernehmen. Dies hat zu erheblichen Bedenken unter Bürgerrechtlern geführt, die den Abbau kritischer Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit als gefährlich empfinden. Der Abbau einer Freiluftausstellung über die Sklaverei in Philadelphia war nur ein Beispiel für diese Entwicklungen.
Die Kontrolle über die Geschichtsschreibung
Trump wird oft vorgeworfen, eine Form von Zensur und Geschichtsklitterung zu betreiben, insbesondere in Staaten wie Texas und Florida. Historiker warnen, dass dieser Einfluss auf die Geschichtsschreibung autoritäre Züge annehme. Die Kontrolle über die Geschichte wird als entscheidend für die Kontrolle über die Gegenwart und Zukunft angesehen. Mit dem geplanten Reisepass und den damit verbundenen Symbolen wird deutlich, dass Trump bestrebt ist, die öffentliche Wahrnehmung der amerikanischen Geschichte aktiv zu gestalten.
Wie sich die Diskussionen um den neuen Reisepass und die damit verbundenen historischen Narrative weiterentwickeln werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass der 4. Juli 2026 und das 250. Jubiläum der USA nicht nur ein feierlicher Anlass sein wird, sondern auch ein weiterer Wendepunkt in der Auseinandersetzung mit der amerikanischen Identität und Geschichte.