Thierse warnt vor rot-grün-roter Koalition und fordert Kenia-Koalition für Berlins Stabilität
Heute ist der 24.10.2026 und in Berlin brodelt es politisch. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat ein klares Wort zu den aktuellen Koalitionsgesprächen gefunden und warnt eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Thierse rät der Berliner SPD, sich von der Linken abzuwenden und stattdessen eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD ins Auge zu fassen. Dabei könnte ein unabhängiger Regierender Bürgermeister gewählt werden – ein Schritt, den er für notwendig hält, um die politische Landschaft in Berlin zu stabilisieren.
Seine Kritik an der Führung der Berliner SPD ist unmissverständlich. Thierse wirft ihnen vor, sich der Linken zu unterwerfen und damit die Glaubwürdigkeit der SPD zu gefährden. So wie die Dinge stehen, ist die Linkspartei mit 25,7 Prozent bei der letzten Wahl zur stärksten Kraft geworden, gefolgt von CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grünen (14,3 Prozent) und SPD, die mit 12,1 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren hat. Ein Umstand, der die Überlegungen zur Regierungsbildung umso komplizierter macht.
Der „Berliner Appell für Verantwortung“
Doch Thierse ist nicht allein in seinen Bedenken. Rund 80 Personen aus Politik und Zivilgesellschaft haben sich in einem „Berliner Appell für Verantwortung“ zusammengetan und warnen ebenfalls eindringlich vor einer rot-grün-roten Koalition. Zu den Erstunterzeichnern gehören prominente Namen, darunter Joschka Fischer (Grüne) und Peter Altmaier (CDU). Auch Vertreter der Jüdischen Gemeinde sind unter den Unterzeichnern. Der Appell, veröffentlicht von Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, fordert eine Regierungsmehrheit, die breite gesellschaftliche Interessen vertritt und Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie teilt.
Die Unterzeichner befürchten, dass eine von der Linkspartei geführte Regierung ein Klima schaffen könnte, in dem die Sicherheit jüdischer Menschen in Berlin nicht mehr gewährleistet ist. Sie stellen klare Maßstäbe auf, nach denen demokratische Parteien ihre Entscheidungen treffen sollten: den Schutz jüdischen Lebens, eine klare Abgrenzung von Extremismus und die finanzielle Stabilität Berlins. Ein stabiles und verantwortungsvolles Regierungsbündnis ist das Ziel, und eine ernsthafte Prüfung einer gemeinsamen Verantwortung von CDU, Grünen und SPD wird dringend gefordert.
Die aktuelle politische Situation
Inmitten dieser politischen Turbulenzen wird an diesem Mittwoch ein drittes Vorgespräch zwischen Linken, Grünen und SPD stattfinden. Hierbei hoffen die Parteien, eine Einigung über Themen wie Antisemitismus, den Umgang mit Rassismus und organisierter Kriminalität zu erzielen. Die Spannungen sind hoch, und die Fragen, die auf dem Tisch liegen, sind von enormer Tragweite. Ob eine Einigung zwischen den Parteien gelingt, bleibt abzuwarten. Die Berliner Politik ist in einem Zustand des Umbruchs, und die nächsten Schritte könnten über die Zukunft der Stadt entscheiden.
