Heute ist der 21.06.2026, und während wir hier in Charlottenburg-Wilmersdorf die ersten Sonnenstrahlen genießen, bringt das Thema Preisgelder im Tennis auch im Schatten der großen Plätze viel Diskussionsstoff mit sich. Die Berlin Tennis Open, ein erstklassiges Event, bei dem die Siegerin ein Preisgeld von rund 161.000 Euro einstreicht, stehen im krassen Gegensatz zu den etwa 483.000 Euro, die der Gewinner des ATP-Turniers in Halle einheimst. Beide Turniere, die zur 500er-Kategorie gehören, laufen eine Woche lang und zeigen deutlich, dass im Tennis die Geschlechtergerechtigkeit noch lange nicht erreicht ist.

Die Debatte ist alles andere als neu. Während bei den Grand-Slam-Turnieren Männer und Frauen seit 2007 das gleiche Preisgeld erhalten, klafft bei den regulären WTA- und ATP-Events eine große Lücke. Nehmen wir zum Beispiel die Cincinnati Open 2025: Der männliche Sieger erhält stolze 1,124 Millionen Dollar, während die Siegerin nur 752.000 Dollar mit nach Hause nehmen kann. Hier wird klar, dass die Gleichstellung im Tennis noch ein steiniger Weg ist.

Der Druck wächst

Topspielerinnen wie Aryna Sabalenka und Jessica Pegula bringen das Thema auf den Tisch, denn der Druck auf die Turnierveranstalter wächst. Man fragt sich, warum nur rund 15 Prozent der Einnahmen an die Tennisprofis ausgeschüttet werden, während die Zuschauerzahlen bei Damenturnieren stetig steigen. Die WTA berichtet von einem Anstieg der globalen Zuschauerzahlen um über 30 % zwischen 2019 und 2024. Das ist doch ein Zeichen, oder? Die wirtschaftliche Basis für gleiche Bezahlung ist da, und dennoch bleiben die Versuche, den Anteil zu erhöhen, bislang erfolglos.

Ehrlich gesagt, es ist frustrierend. Jessica Pegula, die auch Mitglied des Players Council ist, schlägt vor, dass Männer und Frauen ab dem Viertelfinale über drei Gewinnsätze spielen, um den Wettbewerb gerechter zu gestalten. Man könnte meinen, dass so etwas längst Standard sein sollte, aber wie so oft, ist die Realität eine andere.

Positive Entwicklungen und die Zukunft

Ein Lichtblick ist das Turnier im Londoner Queen’s Club, das seine Preisgelder angehoben hat und damit ein positives Signal setzt. Auch der Credit One Charleston Open 2026 hat den Mut, sein Preisgeld auf 2,5 Millionen US-Dollar zu verdoppeln, um mit den ATP-500-Turnieren gleichzuziehen. Solche Initiativen könnten Schule machen und zeigen, dass sich etwas bewegt, auch wenn es langsam geht.

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Die WTA hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 die vollständige Gleichstellung der Preisgelder bei kombinierten Turnieren zu erreichen. Bis 2033 soll dies auch auf allen reinen WTA-Events gelten. Doch die Herausforderungen sind vielfältig. Höhere TV-Einnahmen und Sponsorengelder bei ATP-Turnieren sorgen dafür, dass die Preisgelder für Männer oft höher sind. Wenn man bedenkt, wie viele Zuschauer sich für die Spiele der Frauen interessieren, ist das einfach nicht nachvollziehbar.

Tennis als Vorreiter

Trotz der Schwierigkeiten gilt Tennis als Vorreiter der Gleichberechtigung im Sport. Die Geschichte der Preisgeld-Gleichstellung begann bereits 1973 mit Billie Jean Kings Drohung, die US Open zu boykottieren. Damals gab es noch ganz andere Verhältnisse, und die US Open waren das erste Major, das gleiche Preisgelder einführte. Danach zogen die Australian Open (2001), Roland Garros (2006) und Wimbledon (2007) nach.

Die kontinuierlichen Anstiege der Grand-Slam-Preisgelder – 2024 über 254 Millionen USD insgesamt, die Hälfte für Frauen und Männer – sind ein Zeichen dafür, dass es vorangeht. Aber wie gesagt, abseits dieser großen Turniere sieht die Realität oft anders aus. Und während wir hier in Berlin den Sommer genießen, bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen um Gleichheit nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben, sondern tatsächlich Früchte tragen.

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