Heute ist der 23.06.2026 und ich sitze hier in Charlottenburg-Wilmersdorf, während ich über die aktuelle Situation der Berliner Gastronomie nachdenke. Die Gala zur Vorstellung des neuen Guide Michelin in Frankfurt am Main hat uns leider mal wieder nicht mit strahlenden Nachrichten aus Berlin beglückt. Kein neuer Stern hat das Licht der Welt erblickt, und das schon zum zweiten Mal in Folge. Dabei hatte die Hauptstadt so viel mehr zu bieten! Aber das Schicksal wollte es anders: Das Restaurant „Ernst“, das im letzten Jahr noch glänzen durfte, hat seine Türen geschlossen. Das schmerzt – nicht nur die Kulinarik, sondern auch die Seele der Stadt.

Es gab zwar zwei neue Restaurants, die mit dem „Bib Gourmand“ für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet wurden: „Byblos“ und „Salhino“. Das ist etwas Positives, aber es gibt keinen Ersatz für den Verlust der Sterne. Einige Küchenchefs haben immerhin ihre Sterne verteidigt – ein kleiner Lichtblick in der Dunkelheit! Christopher Jäger, Johannes Gehrich und Patrick Ziegert sind nur einige der talentierten Köche, die ihre Auszeichnungen behalten konnten. Doch was ist mit den anderen? „Lorenz Adlon Esszimmer“ hat den Sprung in die Zwei-Sterne-Liga nicht geschafft, und „Tulus Lotrek“ bleibt weiterhin ohne Stern. Das klingt fast schon nach einem Trauerspiel.

Die Sternenbilanz und die Herausforderungen

Die aktuelle Michelin-Stern-Bilanz für Berlin und Brandenburg ist ernüchternd: In Berlin gibt es weiterhin nur drei Sterne, darunter das Restaurant „Rutz“, das als das einzige Drei-Sterne-Restaurant der Stadt gilt. Zudem glänzen vier Restaurants mit zwei Sternen und 18 mit einem Stern. Im Vergleich dazu bleibt Brandenburg mit drei Ein-Stern-Restaurants eher im Schatten. Merkwürdig, dass die Gastronomie in Berlin, die in der Anzahl der Sterne die meisten in Deutschland hat, dennoch das kulinarische Momentum verloren hat. Wo sind die Neugründungen mit Sterne-Ambitionen? Hotels scheinen das Thema zu meiden – und die Landesregierung unterstützt die Gastronomie kaum.

Die Stadt wird mehr als Street-Food- und Club-Metropole wahrgenommen, während die feine Gastronomie nicht die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient. Es ist fast so, als ob die Stadtpolitiker Angst haben, Wählerstimmen zu verlieren, wenn sie sich um die gehobene Küche kümmern. Dabei repräsentieren Michelin-Sterne höchste kulinarische Exzellenz und Präzision. Ein Stern steht für „sehr gutes Restaurant in seiner Kategorie“, zwei Sterne für „ausgezeichnete Küche, lohnenswert“ und drei für „höchste kulinarische Perfektion“. Das ist doch eine Ansage!

Die kulinarische Vielfalt Berlins

Die kulinarische Landschaft Berlins ist jedoch vielfältig und lädt zum Entdecken ein. Mit 6,16 Cafés je 10.000 Einwohner:innen hat die Stadt die höchste Café-Dichte Deutschlands. Straßen wie die Oranienburger Straße, die nach dem Mauerfall zu einem Hotspot für gastronomische und künstlerische Aufbrüche wurde, bieten eine lebhafte Mischung aus Restaurants und Bars. Vielleicht ist es das, was Berlin ausmacht – eine Stadt im stetigen Wandel, in der auch die Gastronomie nicht stillsteht.

Von „Verōnika“ bis „Angry Chicken“ – es gibt unzählige Möglichkeiten, die Geschmacksknospen zu verwöhnen. Die Kantstraße lockt mit asiatischer und chinesischer Küche, während die Motzstraße österreichische Köstlichkeiten in „Sissi“ und Burger bei „Zsa Zsa Burger“ bietet. Und gerade die innovative Küche in der Torstraße ist ein wahrer Genuss für alle, die nach neuen Geschmackserlebnissen suchen. Das ist das Herzstück Berlins, das, auch wenn es in der Sterne-Welt nicht mehr so glänzt, dennoch voller Leidenschaft und Kreativität pulsiert.

Ehrlich gesagt, die Michelin-Sterne sind toll und alles, aber sie sind nicht das einzige Maß für gute Gastronomie. Nachhaltigkeit wird zunehmend wichtig in der Spitzengastronomie, und viele Michelin-Restaurants bieten vegane und vegetarische Optionen an. Das ist ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird und auch Berliner Gastronomien anziehen könnte, die vielleicht nicht im Michelin stehen, aber trotzdem köstlich sind.

Ob man nun für ein romantisches Dinner oder ein besonderes Event plant, die Michelin-Restaurants sind bereit, maßgeschneiderte Menüs zu kreieren. Das ist der Zauber der Gastronomie – sie verbindet Menschen, Kulturen und Geschmäcker. Vielleicht ist das der wahre Stern, den die Stadt braucht: eine Gemeinschaft, die zusammenkommt, um die Vielfalt des Essens zu feiern. So bleibt Berlin trotz aller Herausforderungen ein Ort voller kulinarischer Möglichkeiten.

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.