Schwedt verliert direkte Anbindung nach Berlin – Ein Rückschritt für die Region?
Heute ist der 21.07.2026 und die Nachricht aus Schwedt schlägt ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die direkte Bahnverbindung zwischen Berlin und Schwedt wird, so scheint es, bald der Vergangenheit angehören. Das hat Verkehrsminister Robert Crumbach in einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ der BSW-Landtagsabgeordneten Jenny Meyer verkündet. Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 wird die Verbindung tatsächlich entfallen. Die Empörung ist groß. Meyer selbst ist nicht gerade erfreut über diese Entscheidung und kritisiert die Zuverlässigkeit der RB 61, die mit 54,8% alles andere als rosig ist.
Die Zukunft sieht für Schwedt also nicht gerade rosig aus, was die Anbindung an die Hauptstadt betrifft. Schwedt bleibt zwar im Stundentakt an den Schienenverkehr angebunden, aber die Hoffnung auf eine direkte Verbindung nach Berlin ist wohl für immer verloren. Stattdessen wird der Regionalexpress RE3 künftig stündlich nach Stralsund fahren. Ein Umstieg in Angermünde ist dann nötig, was für Pendler und Reisende eine echte Herausforderung darstellt. An normalen Werktagen verkehren 20 Zugpaare des RE3 und der RB61 zwischen 4.04 Uhr und 23.56 Uhr. Klar, das ist besser als nichts, aber der Komfort einer direkten Verbindung ist damit nicht zu ersetzen.
Stimmen aus der Region
In der Stadt selbst regt sich Widerstand. Am 8. Mai 2026 wurde eine Petition zur Erhaltung der Verbindung ins Leben gerufen, die bereits von über 1.000 Menschen unterzeichnet wurde. Auch die Bürgermeisterin von Schwedt und die Stadtverordnetenversammlung unterstützen diese Initiative. Die Bedeutung der Direktverbindung wird nicht nur von den Bürgern betont, sondern auch von Unternehmen wie der LEIPA Group GmbH und BUTTING Anlagenbau GmbH, die auf die Notwendigkeit der Anbindung für ihre Mitarbeiter und die wirtschaftliche Entwicklung der Region hinweisen.
Die Protestaktion am 23. April 2026 am Bahnhof in Schwedt war ein deutliches Zeichen des Unmuts. Es ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Lebensqualität, die durch die eingeschränkte Anbindung leidet. Die Wohnbauten GmbH Schwedt sieht die Situation als gravierenden Einschnitt. Auch die TMU Tourismus Marketing Uckermark GmbH warnt vor einem Rückgang im Tourismus – und das wäre für die Region ein echter Rückschritt. Kulturelle Institutionen wie die Uckermärkische Bühnen Schwedt äußern ebenfalls Besorgnis über die Folgen für den kulturellen Austausch.
Mobilität als Teil der Daseinsvorsorge
Doch was steckt eigentlich hinter den Entscheidungen der Verkehrsplaner? Mobilität ist schließlich ein zentraler Punkt der staatlichen Daseinsvorsorge in Brandenburg. Sie beeinflusst die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts entscheidend. Die Verkehrspolitik des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung berücksichtigt die Anforderungen von Bürgern und Wirtschaft. Und das in Zeiten, in denen Digitalisierung und demografischer Wandel unsere Lebens- und Arbeitswelten erkennbar verändern.
Die geplante Einstellung der Direktverbindung wird von vielen als Rückschritt für die Region angesehen. Die IHK Ostbrandenburg und die Kreishandwerkerschaft Uckermark fordern eine Überprüfung der Entscheidung. Auch wenn die Züge nach Stralsund – die ja bald mit neuen Stadler-KISS-Fahrzeugen ausgestattet werden – eine gewisse Entlastung bieten, bleibt die Frage: Wie viel Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung sind wir bereit aufzugeben für eine vermeintliche Effizienzsteigerung? Die Zukunft wird zeigen, ob die Stimme der Bürger Gehör findet.
Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom / VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.
