Die Pendler in Berlin können aufatmen! Die Regionalbahnlinie RE1, die zwischen Brandenburg an der Havel, Berlin und Frankfurt (Oder) verkehrt, bekommt eine gehörige Aufwertung. Ab sofort werden die Züge länger, und zwar gleich mit einem neuen Zugtyp, dem „Desico HC 8-Teiler“. Das bedeutet konkret: Züge mit acht Wagenteilen, die satte 210 Meter lang sind und Platz für bis zu 800 Sitzplätze bieten! Bisher hatten wir es meist mit vier oder sechs Wagen zu tun – da ist der Platzmangel für die täglich rund 60.000 Fahrgäste, die sich auf dieser stark frequentierten Strecke tummeln, natürlich spürbar. Die Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, die Kapazität um 30% zu steigern, was für viele Pendler eine echte Erleichterung darstellen dürfte.

Das Ganze hat allerdings auch seine Tücken. Um die neuen Züge unterbringen zu können, müssen an sechs Bahnhöfen die Bahnsteige verlängert werden. Die Stationen Götz, Groß Kreutz, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark) und Pillgram stehen auf der Liste. Bis 2028 soll das abgeschlossen sein. Einige Bahnhöfe, wie Potsdam Park Sanssouci und Hangelsberg, haben bereits ihre Bahnsteige verlängert. Aber Achtung: Bis Dezember wird die RE1-Strecke unterbrochen, und der Regional- sowie Fernverkehr auf der Berliner Stadtbahn ist stark eingeschränkt. Von Mitte Juni bis Mitte Dezember sind die Züge zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof gänzlich außer Betrieb. Grund sind Brücken- und Gleisarbeiten – nicht ganz unerwartet, wenn man die Baustellenlage in Berlin kennt!

Neue Taktgruppen und Fahrplanänderungen

Doch das ist nicht alles! Ab dem 14. Dezember 2025 stehen strukturelle Änderungen der Taktgruppen an. Die Brandenburger Taktgruppe wird ab 2026 auf Züge mit 800 Sitzplätzen verlängert. Diese neuen Fahrzeuge kommen sukzessive ab Fahrplanwechsel bis zum Herbst 2026 zum Einsatz, was für noch mehr Komfort sorgen könnte. Allerdings wird es an den Stationen Götz und Groß Kreutz etwas knifflig: Dort können die Züge der Brandenburger Taktgruppe nicht mehr halten, was durch eine Ersatzbedienung durch die Magdeburger Taktgruppe ausgeglichen werden muss. Das bringt natürlich auch veränderte Fahrzeiten mit sich – also Augen auf beim Fahrplanlesen!

Und während wir hier über die Bahn sprechen, sollten wir nicht vergessen, dass der öffentliche Nahverkehr in Deutschland eine wichtige Rolle bei der Mobilitätswende spielt. Seit 2022 steigen die Fahrgastzahlen wieder, nachdem sie durch die Corona-Pandemie einen Rückgang erlitten hatten. Täglich befördern die VDV-Mitgliedsunternehmen rund 27 Millionen Fahrgäste mit Bus und Bahn, was etwa 18 Millionen Autofahrten ersetzt. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass ohne den ÖPNV zusätzlich 78 Milliarden Pkw-Kilometer auf unseren Straßen anfallen würden!

Die Investitionen in den Schienengüterverkehr sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Im Jahr 2024 transportierten die VDV-Unternehmen im Schienengüterverkehr etwa 270 Millionen Tonnen Güter. Das entspricht 46.000 voll beladenen Lkw auf unseren Straßen. Die CO2-Emissionen im Schienengüterverkehr sind zudem um 87 Prozent niedriger als beim Lkw. Das alles trägt dazu bei, dass Busse und Bahnen im Schnitt 100 Gramm Treibhausgase pro Kilometer einsparen. Ein kleiner, aber feiner Schritt in die richtige Richtung!

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In diesem Sinne, liebe Pendler und Bahnfahrer: Haltet durch, die nächsten Jahre bringen spannende Veränderungen mit sich. Ob die neuen Züge und die verlängerten Bahnsteige wirklich den Unterschied machen werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Zukunft der RE1-Strecke klingt vielversprechend!