Heute ist der 22.04.2026 und das politische Geschehen in Berlin wird erneut von der Diskussion um die Olympischen Spiele geprägt. Ein breites Bündnis hat sich formiert, um gegen die geplante Bewerbung der Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 zu mobilisieren. Das Bündnis NOlympia hat die erste Etappe für ein Volksbegehren gestartet, mit dem Ziel, die Bürgerinnen und Bürger Berlins an der Entscheidung über dieses Großereignis zu beteiligen.
Klara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion, hat bereits Bedenken geäußert, insbesondere hinsichtlich der finanziellen Mittel, die für ein solches Event erforderlich wären. Dies wirft Fragen auf, ob die Stadt tatsächlich in der Lage ist, die hohen Kosten zu stemmen, während gleichzeitig viele andere gesellschaftliche Herausforderungen bestehen. Um den Volksentscheid herbeizuführen, muss das Bündnis bis zum 18. Oktober 20.000 Unterschriften sammeln, mit dem Ziel, dies bis zur Sommerpause zu schaffen. Nach der Zulassung des Antrags müssten weitere 180.000 Unterschriften gesammelt werden, um den Volksentscheid zu ermöglichen, der allen Berlinerinnen und Berlinern die Möglichkeit zur Abstimmung geben würde.
Ein breites Bündnis für NOlympia
Das NOlympia-Bündnis wird von zahlreichen Organisationen unterstützt, darunter BUND, Nabu, GEW Berlin sowie die politischen Parteien Grüne und Linke und deren Jugendverbände. Auch die Jusos und Fridays for Future (FFF) Berlin sind Teil dieser Initiative. Interessanterweise hat sich FFF in anderen Städten wie Hamburg nicht zu den kritisierten Spielen geäußert, was die Einzigartigkeit der Berliner Initiative unterstreicht. Die Unterschriftensammlung wird heute vor dem Roten Rathaus mit einer Auftaktkundgebung um 11:00 Uhr beginnen, bei der symbolisch die ersten Unterschriften gegen die Olympischen Spiele gesammelt werden.
Die Durchführung des Volksbegehrens hängt jedoch von der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ab, die am 26. September bekannt gegeben werden soll. Berlins Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand war zwar bei der Auftaktveranstaltung anwesend, lehnte jedoch die Einladung ab, als Erster auf der Unterschriftenliste zu stehen. Die fehlende Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in Form von Bürger*innenbefragungen über die Bewerbung ist bedauerlich, da der Senat angibt, aufgrund fehlender rechtlicher Grundlagen keine solche Befragung durchführen zu können.
Respekt vor dem Votum der Berliner
Es ist unbestreitbar, dass die Entscheidung für oder gegen die Olympischen Spiele weitreichende Konsequenzen für die Stadt und ihre Bewohner haben wird. Hiksch betont, dass der Senat das Votum der Berliner respektieren müsse, sollte sich die Mehrheit gegen die Bewerbung entscheiden. In einer Zeit, in der viele Berlinerinnen und Berliner mit anderen Herausforderungen konfrontiert sind, stellt sich die Frage, ob die Olympischen Spiele tatsächlich die richtige Priorität für die Stadt darstellen.
Die Diskussion um die Olympiabewerbung wirft einen langen Schatten auf das gesellschaftliche Leben in Berlin. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema positionieren werden, und ob das Bündnis NOlympia mit seiner Unterschriftensammlung den gewünschten Erfolg erzielt. Weitere Informationen zur Initiative sowie zur Unterschriftensammlung sind auf der Website nolympia.berlin verfügbar.