Die Reinhardswald-Grundschule in der Gneisenaustraße, Berlin-Kreuzberg, steht vor einer entscheidenden Wende. Aufgrund von Asbestverseuchung und unzureichendem Brandschutz hat der Berliner Senat den Abriss des Gebäudes beschlossen. Die Schule soll spätestens bis zum 31. Januar 2028 geschlossen werden. In einer Antwort auf die Anfrage der Grünen-Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz wurde bestätigt, dass der Erhalt des Standorts anerkannt wird, was bedeutet, dass die Schulgemeinschaft und die Bezirkspolitik den Neubau unterstützen.
Der Senat hat sich gegen eine Sanierung des bestehenden Gebäudes entschieden, da diese als unwirtschaftlich erachtet wird. Stattdessen wird ein Neubau avisiert, der kleiner ausfallen soll als das derzeitige Gebäude. Interessanterweise gab es ursprünglich Überlegungen, an diesem Standort eine Oberschule zu errichten, da der Bedarf an Grundschulplätzen sinkt. Allerdings könnte der Neubau der Reinhardswald-Grundschule möglicherweise durch eine Oberschule ergänzt werden.
Petition für den Erhalt der Schule
Die Eltern der Schüler haben inzwischen eine Petition ins Leben gerufen, die bereits 1384 Unterschriften gesammelt hat. Diese Petition fordert den Erhalt der Schule, die als wichtig für die Bildungsarbeit und Chancengleichheit angesehen wird. Trotz der Pläne für den Abriss gibt es Bedenken, dass dieser Schritt das endgültige Ende der Schule bedeuten könnte. Das Bezirksamt betont jedoch, dass es sich für einen Neubau einsetzt und die Schulgemeinschaft unterstützt.
Aktuell gibt es keinen genauen Zeitplan für den Abriss oder den Neubau, doch die Senatsverwaltung spricht von einer Umsetzung „schnellstmöglich“. Das Bezirksamt plant zudem, dass die nahegelegene Aziz-Nesin-Grundschule einen Ersatzneubau erhält, um Platz für die Schüler der Reinhardswald-Grundschule zu schaffen. Es zeigt sich, dass die schulplanerischen Herausforderungen groß sind, insbesondere bei der langfristigen Unterbringung einer großen Anzahl von Schülern an anderen Standorten.
Gesundheitsrisiken und Maßnahmen
Die Dringlichkeit des Abrisses wird durch die gesundheitlichen Risiken, die von Asbest ausgehen, unterstrichen. Asbest gilt als krebserregend, was die Situation für die Schulgemeinschaft besonders prekär macht. Um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren, werden alle waagerechten Oberflächen im Gebäude regelmäßig nass gereinigt, und Luftmessungen werden gemäß der Asbestrichtlinie in regelmäßigen Abständen durchgeführt.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Reinhardswald-Grundschule vor einem grundlegenden Umbruch steht. Während die Pläne für den Neubau voranschreiten, ist die Schulgemeinschaft stark engagiert, um den Erhalt der Bildungsstätte zu sichern, die trotz sinkender Schulplatzbedarfe als sehr nachgefragt und beliebt gilt. Die Entscheidung über den Neubau muss jedoch noch auf Landesebene getroffen werden, und eine endgültige Klärung wird vor der Sommerpause erwartet.