Hertha BSC steckt in der letzten Trainingswoche der Saison, und die Stimmung ist – naja, sagen wir mal – durchwachsen. Trainer Stefan Leitl hat den Fokus auf Spaß und Spielgestaltung gelegt, was nach den letzten, eher ernüchternden Wochen keine schlechte Idee ist. Schließlich kann man die Motivation der Spieler nicht einfach ignorieren, auch wenn der Taktik-Käse etwas auf der Strecke bleibt. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld an, und die Luft ist dünn – Bielefeld kämpft gegen den Abstieg aus der Zweiten Liga. Da ist klar, dass die Partie alles andere als ein Spaziergang wird.
Mit dem Blick auf die Aufstellung wird einem erst richtig bewusst, wie sehr die Verletzungen und Sperren auf den Schultern des Teams lasten. Acht Spieler fehlen, darunter so wichtige Leute wie John Anthony Brooks und Boris Mamuzah Lum. Marten Winkler und Josip Brekalo sind gesperrt, und das lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Die mögliche Aufstellung sieht mit Ernst im Tor und einer Abwehrreihe, die auf den ersten Blick nicht gerade als Traumformation durchgeht, ziemlich wackelig aus. Hertha BSC rangiert vor dem letzten Spieltag auf dem sechsten Platz der Zweiten Liga – 51 Punkte und eine Tordifferenz von 46:38, aber das Saisonziel, der Aufstieg, bleibt unerreicht. Trainer Leitl selbst hat das offen zugegeben, und das schmerzt.
Die Zukunft des Vereins
Der Verein hat außerdem ein finanzielles Dilemma: Ein notwendiger Transferüberschuss in zweistelliger Millionenhöhe steht im Raum. Fünf Spieler wurden bereits verabschiedet, und die Gerüchteküche brodelt. Kennet Eichhorn wird mit einem Wechsel zu Bayern München in Verbindung gebracht – da wird manch einer sicher ein wenig unruhig. Auch Fabian Reese könnte sich bald mit dem VfL Wolfsburg an einen Tisch setzen. Die Ungewissheit bei den Spielern ist ein ständiger Begleiter, und der Transfermarkt wird voraussichtlich erst spät in Bewegung geraten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Fans nicht allzu lange auf die nächste positive Nachricht warten müssen.
Hertha BSC, offiziell „Hertha Berliner Sport-Club“, wurde am 25. Juli 1892 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre zur Institution im Berliner Fußball entwickelt. Mit über 60.000 Mitgliedern ist der Verein ein wichtiger Bestandteil des deutschen Fußballs. Die Fusion mit dem Berliner Sport-Club in den 1920er Jahren legte den Grundstein für den heutigen Namen, und das Olympiastadion, das für die Olympischen Spiele 1936 erbaut wurde, ist seitdem die Heimat des Vereins. Unter den Zuschauern ist der Schlachtruf „Ha Ho He“ nicht wegzudenken – er hallt durch die Gänge des Stadions und bringt alte Erinnerungen zurück.
In den letzten Jahrzehnten gab es Höhen und Tiefen: Sechs Finalteilnahmen um die Deutsche Meisterschaft zwischen 1926 und 1931, ein starker Auftritt in den 70er Jahren, und der dramatische Absturz in die Drittklassigkeit Ende der 80er Jahre. Heute, im Jahr 2026, muss sich Hertha BSC neu erfinden und aus der aktuellen Misere herausfinden. Die Fans hoffen auf eine Wende, denn der Verein hat viel mehr zu bieten als nur die aktuellen Herausforderungen – die Geschichte, die Leidenschaft und die Hoffnung auf bessere Zeiten sind unvergänglich.