Der Kudamm im Wandel: Tradition, Innovation und die Geschichten eines Berliner Fotostudios
Am Kurfürstendamm, der pulsierenden Ader Berlins, wo sich Geschichte und Moderne die Hand reichen, steht das Fotostudio Urbschat – ein echtes Berliner Traditionsunternehmen, das bereits in dritter Generation geführt wird. Daniela Urbschat und ihre Tochter Yvonne haben nicht nur die Kamera im Griff, sondern auch das Herz für die Geschichten, die hier jeden Tag erzählt werden. 1969 von Danielas Vater gegründet, hat sich das Fotostudio über die Jahre hinweg immer wieder neu erfunden, ganz wie der Kurfürstendamm selbst, der 1886 als Boulevard eröffnet wurde und seither zahlreiche Wandlungen durchlebt hat.
„Ich kann diese Jammerei nicht verstehen“, sagt Daniela, wenn es um die derzeitige Wahrnehmung des Kudamms geht. Ja, es gab Zeiten, in denen die Straße „trutschig“ und „langweilig“ wirkte, doch die positive Entwicklung ist nicht zu übersehen. Mit 11,28 Millionen Passanten jährlich bleibt der Kudamm eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen, vor allem die hohen Mietpreise, die in der Nähe des Studios bei 17.500 Euro beginnen und in den Spitzenlagen sogar 165 Euro pro Quadratmeter im Konsumbereich erreichen.
Aufwertung durch BIDs
Mit dem Business Improvement District (BID) Ku’damm-Tauentzien, der von 2018 bis 2023 lief, wurde ein wichtiger Schritt zur Aufwertung des öffentlichen Raums unternommen. Geplant von einer Initiative lokaler Akteure, umfasste das Projekt den Bereich vom Kurfürstendamm bis zur U-Bahn-Station Uhlandstraße und die Tauentzienstraße bis zum Wittenbergplatz. Ziel war es, die Standortqualität zu verbessern und die Außenwahrnehmung zu stärken. Die Initiative hat zahlreiche positive Effekte hervorgebracht, wie mehr Sauberkeit, Sicherheit und attraktive Veranstaltungen, die den Kudamm wieder in ein strahlendes Licht rücken.
Doch die Herausforderungen bleiben: Hohe Mietpreise und der Wettbewerb unter den Quartieren machen es den Einzelhändlern nicht leicht. In anderen deutschen Städten, wie Hamburg oder Bremen, haben sich ähnliche BIDs bewährt. Dort wurden durch solche Maßnahmen die Attraktivität der Einkaufsstraßen gesteigert und die Akzeptanz der Kunden gefördert. So gab es beispielsweise in Elmshorn eine Weihnachtsbeleuchtung, die die Menschen anlockte, oder in Gießen positive Effekte durch attraktive Baumaßnahmen. Warum sollte das also nicht auch hier am Kudamm gelingen?
Tradition trifft Innovation
Yvonne Huber, die das Geschäft mittlerweile leitet, setzt auf persönliche Bindung und die Werte des Familienbetriebs. In einer Zeit, in der alles digitaler wird, erinnert sie sich an die Wurzeln ihres Unternehmens und sieht die Begegnung von Menschen als essenziellen Teil des Kudamms. Ein Vorschlag, der bei vielen auf offene Ohren stößt, ist die Idee, leerstehende Flächen jungen Künstlern für Zwischennutzungen anzubieten. So könnte der Kudamm erneut zum kulturellen Treffpunkt werden, an dem Kreativität und Tradition miteinander verschmelzen.
Das Fotostudio Urbschat bleibt dem Kurfürstendamm treu und hat sich bereits zweimal umgesiedelt, aktuell in der Nummer 157. Trotz aller Herausforderungen glauben Daniela und Yvonne an die positive Entwicklung der Straße. Die AG City plant sogar ein Folgeprojekt mit Fokus auf Nachhaltigkeit und digitale Sichtbarkeit. Eines steht fest: Der Kurfürstendamm hat viel mehr zu bieten, als viele denken – und das Herz der Berliner schlägt hier ganz besonders laut.
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