Berlins Hochschulen am Abgrund: Ein dringender Appell zur Rettung der TU Berlin
Gestern, am 12. Mai 2026, machte sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf den Weg zur Technischen Universität Berlin. Ein Besuch, der nicht nur aus einem freundlichen Plausch bestand, sondern auch aus einem dringlichen Blick auf die Realität – das Hauptgebäude steht still. Die Schließung war eine direkte Reaktion auf gravierende bauliche Mängel, die nicht mehr ignoriert werden konnten. Brandschutz, Löschwassereinspeisung, Elektrik und Verkabelung – alles ein bisschen marode, um es höflich auszudrücken.
Wegner war nicht allein. An seiner Seite: Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra, die Präsidentin der TU Berlin, Fatma Deniz, und der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Christoph Brzezinski. Gemeinsam schauten sie sich die Situation vor Ort an. Wegner drückte klar aus, dass das Gebäude so schnell wie möglich wieder für die Studierenden zugänglich gemacht werden müsse, aber nur, wenn es nachhaltig und vor allem sicher ist. Eine gemeinsame Taskforce wurde ins Leben gerufen, um die notwendigen Maßnahmen zu koordinieren und den Weg zur Wiedereröffnung zu ebnen.
Ein Blick auf die Zahlen
Die TU Berlin spielt eine zentrale Rolle im Wissenschaftsstandort Berlin, nicht nur für die Region, sondern auch international. Das ist wichtig, denn ein externes Gutachten hat ergeben, dass die Universität einen Sanierungsbedarf von satten 2,4 Milliarden Euro hat. Und das ist nur ein Teil des Problems – insgesamt beläuft sich der Sanierungsbedarf für alle Berliner Universitäten (außer der Charité) auf beeindruckende 8,4 Milliarden Euro. Da fragt man sich, wo das Geld herkommen soll, oder?
Nach der Schließung braute sich zudem eine kleine Wolke über den Uni-Leitungen und dem Senat zusammen. Spannungen, vor allem zwischen Wissenschaftssenatorin Czyborra und der TU-Leitung, scheinen nicht zu vermeiden, wenn so viel auf dem Spiel steht. Es ist ein bisschen wie ein Tanz auf dem Vulkan – man weiß nie, wann es kracht.
Die Herausforderungen im Hochschulbau
Und während die TU Berlin um Lösungen kämpft, äußert Ulf Richter, ein Experte im Hochschulbau, Bedenken, dass Länder sich zunehmend auf Public-Private Partnerships (PPP) zurückziehen könnten, um den Hochschulbau zu finanzieren. Klar, PPP-Projekte können ein Teil der Lösung sein, aber die staatlich finanzierte Infrastruktur darf dabei nicht auf der Strecke bleiben. Schließlich geht es um mehr als nur ein paar neue Wände. Auch die Universität Siegen zeigt, wie es geht – dort wird ein hochtechnisierter Laborbau fertiggestellt, dessen Planung bereits 2017/18 begann.
Die Bürokratie hat die Bauzeit allerdings enorm verlängert. Zwei bis drei Jahre für den Bau, aber die restliche Zeit? Bürokratische Hürden, ständige Wechsel in der Referatsleitung und neue Rahmenbedingungen, die alles durcheinanderbringen. Richter schlägt vor, den Hochschulen mehr Selbstständigkeit im Bauwesen zu geben – ähnlich wie bei der Akkreditierung von Studiengängen. Das klingt doch nach einer Idee, die frischen Wind in die verkrusteten Strukturen bringen könnte.
Nachhaltigkeit und finanzielle Unterstützung
In der heutigen Zeit ist das Thema Nachhaltigkeit allgegenwärtig. Hochschulen haben einen hohen Energiebedarf, und während die Universität Siegen Solar-Anlagen installiert, reicht das einfach nicht aus, um den gesamten Strombedarf zu decken. Richter fordert finanzielle Unterstützung für energetische Sanierungen aus dem Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung. Er hat eine klare Vision: 20 Milliarden Euro von 74 Milliarden Euro Sanierungsstau könnten in energetische Sanierungen investiert werden. Langfristig würde das die Betriebskosten senken und einen nachhaltigen Beitrag leisten.
Die Situation an der TU Berlin ist also nicht nur ein lokales Problem, sondern ein gewaltiger Appell an die Politik und die Gesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen schnell handeln, denn die Zeit drängt – und die Studierenden, die auf eine sichere Lernumgebung angewiesen sind, warten darauf, dass sich endlich etwas bewegt.
