In Berlin gibt es frische Neuigkeiten aus der Welt der Logistik: Amazon hat kürzlich eine neue Zustellbasis für Pakete mit elektrischen Lastenrädern in Treptow eröffnet. Diese innovative Basis wird dazu beitragen, die Sendungen effizienter in die Bezirke Mitte, Neukölln und Kreuzberg zu transportieren. Mit dieser Eröffnung steht Amazon nun bereits an der dritten Zustellbasis dieser Art in der Hauptstadt, nachdem zuvor bereits Standorte in Tegel und am Alexanderplatz etabliert wurden.
An der neuen Basis in Treptow werden die Bestellungen von Lkw auf die elektrischen Lastenräder umgeladen, die von einem Subunternehmen betrieben werden. Diese E-Lastenräder stammen von Mubea U-Mobility aus Attendorn, Nordrhein-Westfalen. In ganz Deutschland setzt Amazon bereits etwa 2.500 Elektrofahrzeuge für die Zustellung ein, wobei in Berlin rund 60 Lastenräder im Einsatz sind, davon knapp 20 am Standort Treptow. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hob bei der Eröffnung hervor, dass die Struktur Berlins mit seinen vielen Hinterhöfen optimal für die Auslieferung per Rad geeignet sei, ohne dass hierfür Neubauten erforderlich wären.
Nachhaltige Logistik im Fokus
Ab Juli 2024 plant Amazon, die Auslieferung von Kundenbestellungen in Berlin mit E-Lastenrädern weiter auszubauen. Ein neuer Mikromobilitäts-Hub wird in einem Parkhaus am Alexa-Einkaufszentrum nahe Alexanderplatz eingerichtet. Mit diesen E-Lastenrädern, die ebenfalls von Mubea hergestellt werden, sollen über 1,5 Millionen Pakete pro Jahr in der Hauptstadt ausgeliefert werden. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Engagements von Amazon in Höhe von 400 Millionen Euro zur Elektrifizierung und Dekarbonisierung des deutschen Transportnetzes.
Die neuen Mikromobilitäts-Hubs ermöglichen eine umweltfreundliche Liefermethode mit reduzierten Emissionen in städtischen Gebieten. Ziel dieser Initiative ist es, die Anzahl traditioneller Lieferwagen zu verringern und somit Verkehrsstaus sowie Luftverschmutzung in den Stadtzentren zu reduzieren. Neben dem Hub am Alexanderplatz wird auch von der bestehenden Lieferstation in Tegel mit E-Lastenrädern ausgeliefert. Im Jahr 2023 hatte Amazon bereits über 50 Mikromobilitäts-Hubs in mehr als 40 Städten in Europa, was im Vergleich zu über 20 im Jahr 2022 einen signifikanten Anstieg darstellt.
Mikromobilität im urbanen Raum
Die Entwicklung der Mikromobilität hat nicht nur Auswirkungen auf die Zustellung im B2C-Bereich, sondern auch im B2B-Sektor. Kompakte Fahrzeuge wie E-Lastenräder und elektrisch unterstützte Kleintransporter finden zunehmend Anwendung bei Handwerksbetrieben, Facility Services und urbanen Lieferdiensten. Diese Form der Mobilität bietet Effizienzvorteile, vor allem in Branchen, die viele kurze Einsätze erfordern, wie beispielsweise Wartung, Instandhaltung und Gastronomieversorgung.
Darüber hinaus wird der technische Reifegrad von Zustelldrohnen und autonomen Lieferrobotern immer weiter vorangetrieben, auch wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen noch in der Entwicklung sind. In Bereichen wie Werksgeländen, Krankenhauscampussen und Universitätsstädten wird der Einsatz dieser Technologien als vielversprechend angesehen. Dezentrale Mikro-Hubs im Stadtgebiet ermöglichen gebündelte Lieferungen, die dann mit kleinen Fahrzeugen weiterverteilt werden können, was die Effizienz weiter steigert und gleichzeitig die Emissionen reduziert.
Insgesamt zeigt sich, dass die Zukunft der urbanen Logistik smarter, leiser und wendiger gestaltet wird. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und innovative Technologien wird Berlin zu einem Vorreiter in der Umsetzung umweltfreundlicher Liefermethoden.