Aufzüge zwischen Sicherheit und Gefahr: Die unsichtbaren Risiken im Alltag
Aufzüge – die stillen Helfer in unserem Alltag, die uns dahin bringen, wo wir hinwollen, ohne dass wir einen Finger rühren müssen. Doch wie oft bleiben Menschen tatsächlich in diesen metallenen Kästen stecken? Laut einer Auswertung, die sich auf unglaubliche 1,25 Milliarden Fahrten mit rund 20.000 Anlagen in Deutschland stützt, bleibt statistisch gesehen bei einer von 300.000 Aufzugsfahrten jemand stecken. Das klingt erstmal nicht so dramatisch, aber die Wahrscheinlichkeit variiert je nach Gebäudehöhe. In Häusern mit 2 bis 4 Geschossen sind es 0,48 Fälle je 100.000 Fahrten, während es in höheren Gebäuden mit 10 bis 12 Geschossen nur 0,21 Fälle sind. Und falls du jetzt denkst, „Na, das ist ja kein Thema!“, dann lass uns einen Blick auf die Aufzugstechnik werfen.
Hydraulikaufzüge, die oft in älteren Gebäuden zu finden sind – besonders aus den Jahren 1975 bis 1989 – zeigen sich als besonders anfällig. Wenn es tatsächlich zu einem Steckenbleiben kommt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Hilfe zu rufen. Die Prüfgesellschaft Dekra hat zudem bestätigt, dass die Atemluft im Aufzug in der Regel nicht knapp wird. Also, keine Panik! Aber Selbstbefreiungsversuche, wie das Aufdrücken der Türen, sind alles andere als clever – das kann lebensgefährlich sein. Dabei könnte es so einfach sein, sich einfach auf die nächste Hilfe zu konzentrieren und zu warten.
Aufzugsicherheit in Zahlen
Der TÜV-Verband hat kürzlich seinen Anlagensicherheitsreport in Berlin vorgestellt, und die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich. Über zehn Prozent der Aufzüge in Deutschland haben erhebliche bis gefährliche Mängel. Genauer gesagt, 10,8 Prozent zeigen erhebliche Mängel, während 0,8 Prozent als gefährlich eingestuft werden. Diese Zahlen stammen aus den gesetzlichen Sicherheitsprüfungen der Zugelassenen Überwachungsstellen, einschließlich TÜV Rheinland, und zeigen, dass trotz der regelmäßigen Prüfungen immer noch Handlungsbedarf besteht. 2025 wurden bundesweit 723.270 Aufzüge geprüft – ein beeindruckendes Unterfangen! Aber dennoch: In Bahnhöfen lag der Anteil erheblicher Mängel bei 14,8 Prozent, was über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Aufzüge in Großstädten wie Berlin haben mit 11,3 Prozent auch einen hohen Mängelanteil. Es ist ein bisschen beunruhigend, wenn man darüber nachdenkt, dass die typischen Mängel wie Brüche oder Beschädigungen an Tragmitteln, gefährliche Spalten in Schacht- und Fahrkorbtüren oder Brandgefahr durch Verschmutzungen immer wieder auftauchen. Dennoch kann man sagen, dass die regelmäßigen Prüfungen in Deutschland dafür sorgen, dass Aufzüge insgesamt als sicher gelten. Die Betreiber sind verpflichtet, die Termine für diese Prüfungen im Blick zu behalten, und die TÜV Rheinland unterstützt sie dabei. Eine Prüfplakette im Fahrkorb zeigt an, wann die nächste Prüfung fällig ist.
Cybersicherheit im Aufzugsbereich
Ein weiterer, ganz neuer Aspekt, der in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist die Cybersicherheit von Aufzügen. 2024 führten Defizite in diesem Bereich zu höheren Mängelzahlen bei Sicherheitsprüfungen. Der Anteil der geprüften Aufzugsanlagen mit erheblichen Mängeln stieg auf 11,3 Prozent, und 3.500 Aufzüge wurden aufgrund akuter Gefahren stillgelegt. Es ist fast erschreckend zu hören, dass Cyberrisiken zunehmend relevant werden. Digitale Steuerungen können Ziel von Cyberangriffen sein, und seit Juli 2023 müssen Betreiber von überwachungsbedürftigen Anlagen Risiken erfassen und Schutzmaßnahmen dokumentieren. Diese neuen Anforderungen sind notwendig, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten.
In den letzten Jahren gab es auch eine Zunahme von Unfällen mit Aufzügen, die regelmäßig zu Verletzungen oder sogar Todesfällen führen. 2023 wurden laut DGUV 766 Personen bei Aufzügen verletzt, und tragischerweise verunglückten zwei Personen tödlich. Diese Zahlen sind zwar erschreckend, aber sie zeigen auch, wie wichtig Sicherheitsprüfungen sind. Die Aufzugstechnik entwickelt sich ständig weiter, und es bleibt zu hoffen, dass die Kombination aus regelmäßigen Kontrollen und neuen Sicherheitsvorgaben dazu beiträgt, dass wir uns in den Aufzügen sicherer fühlen können.
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