Aschura-Marsch in Berlin: Kinder als Schatten der Trauer und der Empörung
In Berlin, wo die Temperaturen an diesem Tag die 40-Grad-Marke überschreiten, fand ein „Aschura-Marsch“ statt, der nicht nur die Schiitischen Muslime zusammenbrachte, sondern auch eine Welle der Empörung auslöste. Bei dieser Demonstration, die unter dem Motto der Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit angemeldet wurde, kam es zu einem Vorfall, der selbst den erfahrensten Teilnehmern die Sprache verschlug. Kinder wurden bei der Hitze aneinander gebunden, eine schockierende Nachstellung der historischen Verschleppung von Frauen und Kindern, die als szenische Darstellung präsentiert wurde.
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, sprach von einer „Schande“ und forderte politische Konsequenzen sowie eine Überarbeitung des Berliner Versammlungsfreiheitsgesetzes. Für ihn war die Situation nicht nur eine Grenzüberschreitung, sondern eine klare Verherrlichung von Terror, die umgehend Konsequenzen nach sich ziehen sollte. „Das geht einfach nicht!“, äußerte sich Jendro sichtlich aufgebracht. Er forderte auch individuelle Konsequenzen für die Eltern, die ihre Kinder in diese prekäre Lage gebracht hatten.
Die Reaktionen der Behörden und der Öffentlichkeit
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) ließ ebenfalls kein gutes Haar an der Instrumentalisierung von Kindern auf der Demonstration. Sie sprach von einer Gefährdung des Kindeswohls und stellte klar, dass man hier nicht von freier Meinungsäußerung sprechen könne. Die Polizei handelte schnell und unterband die Beteiligung der Kinder an dieser szenischen Darstellung. Der Polizeiführer intervenierte in einem Kooperationsgespräch mit der Versammlungsleitung und untersagte die Darstellung. Daraufhin beendete die Versammlungsleiterin das „Theaterstück“. Ein echter Aufschrei ging durch die Reihen der Anwesenden, als die Kinder aufgrund der drückenden Hitze selbstständig den Aufzug verließen.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) äußerte sich ebenfalls kritisch zu den Vorfällen und veröffentlichte einen Videozusammenschnitt der Versammlung. Die Bilder zeigen mindestens drei Kinder in langen, grünen Kleidern, die einem Mann in gelber Kleidung folgen. Die Demonstration wurde als islamistisch eingestuft, und es gab Berichte über Bekennungen zu Ikonen des islamischen Terrorismus. Mit rund 600 Teilnehmern verlief die Versammlung insgesamt friedlich, auch wenn mehrere Personen wegen Kreislaufbeschwerden medizinisch versorgt werden mussten und die geplante Zwischenkundgebung entfiel.
Ein Blick auf die Hintergründe von Aschura
Aschura ist ein wichtiges Trauerfest im schiitischen Islam, das den Märtyrertod des Imam Hussein, eines Enkelsohnes des Propheten Mohammed, gedenkt. Es ist ein Tag des Gedenkens, der Trauer und der Solidarität mit den Unterdrückten dieser Welt. Jedoch sollte es niemals dazu führen, dass Kinder in eine derartige Situation gebracht werden. Es ist geradezu grotesk, wie aus einem Fest der Trauer eine Demonstration werden kann, die die Grundsätze des Kindeswohls auf das Spiel setzt.
In einer Zeit, in der Extremismus und Radikalisierung auch in Deutschland ein ernstes Thema sind, ist es wichtig, dass wir uns mit diesen Themen auseinander setzen. Die Gefährdung des Kindeswohls ist kein Kavaliersdelikt, und es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir als Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Weitere Informationen zu Radikalisierung und Kindeswohlgefährdung finden Sie auf der Webseite des Bayerischen Landesjugendamtes unter diesem Link.
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