Die Berliner Polizei sorgt derzeit für Aufregung. Ein Personenschutz-Kommando, das in der US-Botschaft in Berlin im Einsatz war, wurde aufgelöst. Der Grund? Ein schwerwiegender Verdacht: Alkoholkonsum während des Dienstes. Das geht gar nicht, vor allem nicht für Elite-Polizisten des Landeskriminalamts (LKA 61), die mit dem Schutz hochrangiger US-Diplomaten betraut sind. Und das hat jetzt dienstrechtliche Konsequenzen für die betroffenen Beamten.

Ein Polizeisprecher bestätigte die Auflösung des Kommandos gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Laut Berichten der „Bild“-Zeitung soll es zu Vorfällen gekommen sein, bei denen die deutschen Personenschützer während ihrer Dienstzeit in der Botschaft alkoholische Getränke konsumiert haben. Die US-Botschaft hat sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert. Man könnte fast sagen, es liegt ein Schatten über den diplomatischen Beziehungen, auch wenn man die Sache nicht überbewerten sollte.

Alkoholkonsum und seine Konsequenzen

Die Berliner Polizei hat klargestellt: Alkoholkonsum ist für alle Dienstkräfte während ihrer Schicht absolut tabu. Verstöße können nicht nur dienstliche, sondern auch arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Polizei nun interne Prüfungen anordnet. Die betroffenen Beamten wurden bereits in andere Bereiche des Personenschutzes versetzt. Vorübergehend übernimmt ein anderes Kommando den Schutz des 63-jährigen Alan Meltzer, dem Geschäftsträger der US-Botschaft, der seit Juli 2024 dort tätig ist und die ranghöchste Position unter den US-Diplomaten in Deutschland innehat.

Wie es scheint, soll Meltzer aber nicht ganz unschuldig an der Situation sein. Berichten aus Polizeikreisen zufolge soll er die Leibwächter zu gemeinsamen Trinkrunden eingeladen und diese sogar gefördert haben. Das klingt fast so, als ob der Diplomatenalltag nicht nur aus ernsthaften Gesprächen und Verhandlungen besteht, sondern auch ein wenig Spaß und Geselligkeit dazugehört – auch wenn das nicht unbedingt im Sinne der Vorschriften ist.

Ein verpatzter Dienst

Die Auflösung des Personenschutz-Kommando ist mehr als nur ein kleiner Vorfall. Sie wirft ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen die Polizei konfrontiert ist, besonders wenn es um den Schutz von hochrangigen Vertretern geht. Mit einem absoluten Alkoholverbot, das für die LKA-Personenschützer gilt, und einer Null-Promille-Regel bei Dienstantritt, müssen die Beamten nicht nur professionell agieren, sondern auch ein gewisses Maß an Distanz zur Schutzperson wahren. Ob dies in der Vergangenheit immer eingehalten wurde, wird nun genauer unter die Lupe genommen.

In der Zwischenzeit bleibt die Frage offen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Polizei hat angekündigt, dass sie keine weiteren Details zum laufenden Verfahren preisgeben wird. Man darf gespannt sein, ob die US-Botschaft künftig eine offizielle Stellungnahme abgeben wird oder ob das Ganze in der Versenkung verschwindet. Berlin bleibt auf jeden Fall ein spannender Ort, wo sich Politik, Diplomatie und jetzt auch ein wenig Skandal mischen.