Die Berliner Polizeibehörden sind derzeit in Alarmbereitschaft. Seit Dienstag, dem 3. November 2026, wird die 13-jährige Lisa Tạ aus Marzahn vermisst. Ein Tag, der für ihre Familie, Freunde und die ganze Nachbarschaft in den Schatten gefallen ist. Um 7:20 Uhr verließ Lisa ihr Zuhause in der Golliner Straße, voller Vorfreude auf einen neuen Schultag. Doch sie sollte nie an ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße ankommen. Minuten später, gegen 7:30 Uhr, wollte sie vom Barnimplatz losfahren – aber von da an gibt es keine Spur mehr von ihr.

Die Polizei hat inzwischen die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts eingeschaltet, was die Ernsthaftigkeit dieser Situation unterstreicht. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass Lisa nicht freiwillig verschwunden ist. Ein Verbrechen könnte im Raum stehen. Hinweise zum Verbleib des Mädchens gibt es bislang keine. Die Ermittler bitten die Bevölkerung dringend um Mithilfe: „Wer hat Lisa nach 7:20 Uhr gesehen? Wer hatte in den letzten Tagen Kontakt zu ihr?“

Wer ist Lisa Tạ?

Lisa ist die Jüngste von vier Geschwistern und hat vietnamesische Wurzeln. Ihre Familie lebt schon lange in Marzahn und ist in der Nachbarschaft gut bekannt. Sie wird als etwa 160 bis 165 Zentimeter groß beschrieben, hat eine schlanke Statur und lange, dunkle Haare. An dem Tag ihres Verschwindens trug sie eine schwarze Steppjacke mit Kapuze, dazu blaue Schlagjeans und weiß-beige Schuhe der Marke DC, Modell „Court Graffik“. Ihr schwarzer Rucksack trägt keine erkennbare Marke – all diese Details könnten entscheidend sein.

Die Polizei hat bereits Fotos von Lisa veröffentlicht und ist auf Hinweise angewiesen. Jeder Hinweis zählt – egal wie klein er erscheinen mag. Wer etwas gesehen hat oder Informationen hat, kann sich unter der Telefonnummer (030) 4664-911555 oder per E-Mail an LKA115-Hinweise@polizei.berlin.de melden. Auch die örtlichen Polizeidienststellen stehen bereit, um Hinweise entgegenzunehmen.

Ein trauriger Kontext

Vermisstenfälle sind in Berlin leider keine Seltenheit. Im Jahr 2025 wurden über 12.900 Menschen als vermisst gemeldet, wobei 99 Prozent dieser Fälle aufgeklärt werden konnten. Doch es gibt auch Langzeitfälle, die uns allen in Erinnerung bleiben. Rebecca Reusch, die im Februar 2019 verschwand, ist nur ein Beispiel unter vielen. Diese Schicksale zeigen, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und helfend zur Seite zu stehen, wenn jemand vermisst wird.

Die Berliner Polizei hat einen klaren Plan, um in Vermisstenfällen zu ermitteln. Bei Minderjährigen wird sofort von einer möglichen Gefahr ausgegangen. Es gibt keine Wartezeit, die Ermittlungen beginnen umgehend. Je jünger das Kind, desto höher wird die Gefahr eingeschätzt. Bei Erwachsenen sieht das anders aus – hier muss oft eine längere Frist abgewartet werden, bevor die Ermittler aktiv werden. Das zeigt, wie ernst die Situation für Lisa ist und wie schnell gehandelt werden muss.

Die 5. Mordkommission, die nun für Lisas Fall zuständig ist, wird alles daran setzen, Licht ins Dunkel zu bringen. Es gibt viele Fragen, auf die Antworten gefunden werden müssen: Was ist mit Lisa passiert? Wo könnte sie sich befinden? Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Ermittler, sondern auch die Menschen in der Nachbarschaft, die in Gedanken bei der Familie von Lisa sind.

Wir hoffen, dass Lisa bald gefunden wird und dass ihre Familie die Gewissheit bekommt, die sie so dringend benötigt. Bis dahin bleibt nur eines zu sagen: Halten Sie die Augen offen, und zögern Sie nicht, sich zu melden, wenn Sie etwas wissen. Jede Information kann entscheidend sein.