Mit der Eröffnung des 16. Abschnitts der A100 zwischen Neukölln und Treptower Park hat sich die Verkehrssituation in Berlin dramatisch verändert. Diese Maßnahme, die am Mittwoch vollzogen wurde, soll die Anwohner entlasten und die Anbindung der östlichen Bezirke an die A113 verbessern. Die Bauarbeiten zogen sich über 12 Jahre hin, seit die Planung vor über 20 Jahren startete. Kosten in Höhe von 720 Millionen Euro wurden für die 3,2 Kilometer lange Erweiterung investiert, was umgerechnet 225.000 Euro pro Meter kostet. Ziel ist es auch, die Erreichbarkeit des Flughafens BER und des Wissenschaftsstandorts Adlershof zu optimieren.
Dennoch gibt es erhebliche Zweifel an der tatsächlichen Wirkung der neuen Verbindung. Die Bezirksstadträtin Claudia Leistner äußerte Kritik an der Eröffnung ohne die bereits lange in der Planungsphase befindliche Elsenbrücke, die frühestens 2028 fertiggestellt sein wird. Diese Brücke ist von zentraler Bedeutung, da sie während der Bauarbeiten an der A100 Staus und fast stillstehenden ÖPNV im Umfeld der Elsenbrücke verstärkt hat. Anwohner äußern sich besorgt über die verschärfte Verkehrslage.
Ämterübergreifende Beratungen und Notfallmaßnahmen
In Anbetracht der steigenden Anzahl von Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger, die über Staus und den Mangel an funktionierenden Verkehrsanbindungen klagen, haben die Bezirksstadträtinnen Dr. Claudia Leistner und Annika Gerold am 12. September 2025 ein Treffen im Rathaus Treptow einberufen. An diesem amtersübergreifenden Gespräch nahm die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) sowie die BVG, der Fahrgastverband IGEB, FUSS e.V., der ADFC Berlin und die Polizei teil.
Das Ziel dieser Gespräche war es, kurzfristige Maßnahmen zu initiieren, um die Verkehrssituation insbesondere während der Bauarbeiten an der Elsenbrücke zu entlasten. Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört die Anpassung der Lichtsignalanlagen an Kreuzungsbereichen und an der Autobahnabfahrt, sowie die Einführung eines zusätzlichen Schutzes für den Bussonderfahrstreifen, der durch Protektionselemente wie Leitboys gesichert werden soll.
Langfristige Verkehrspolitik in Berlin
Die aktuellen Herausforderungen fügen sich in den städtischen Entwicklungsplan Mobilität und Verkehr (StEP MoVe) ein, der von der Berliner Senatsregierung beschlossen wurde. Dieser Plan zielt darauf ab, den Trend zu mehr Kfz-Verkehr zu bremsen und die Anteile umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Fuß- und Radverkehr zu steigern. Der Plan strebt an, bis 2030 den Anteil des Umweltverbundes von derzeit 74% auf 82% anzuheben.
Berlin verfolgt das Ziel einer stadtverträglichen und klimafreundlichen Mobilität, die sozial gerecht, ökologisch und ökonomisch nachhaltig ist. Mittelfristig ist außerdem eine Zero Emission Zone geplant, die nur von Fahrzeugen mit sauberen Antrieben befahren werden darf. Es bleibt abzuwarten, wie diese Maßnahmen langfristig die Lebensqualität und die Verkehrssituation in der Hauptstadt beeinflussen werden.
Die Bezirksstadträtinnen betonen die dringende Notwendigkeit eines geschützten Bussonderfahrstreifens und die rasche Anpassung der Lichtsignalanlagen. Ein Folgetermin zur Evaluierung der Situation und Maßnahmen ist bereits in zwei Wochen angesetzt, um die Fortschritte zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen.
Für weitere Informationen steht die Presseabteilung unter der Telefonnummer 030 90298-2843 oder via E-Mail an presse@ba-fk.berlin.de zur Verfügung.
