Am 21. Oktober 2025 wurde Detlef Oergel, der Wachleiter der Feuerwache Wittenau, an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand geehrt. Die Zeremonie fand auf der Feuerwache in Wittenau statt und wurde von Julia Schrod-Thiel, der Bezirksstadträtin für Ordnung, Umwelt und Verkehr, geleitet. Oergel war über 40 Jahre lang Mitglied der Berufsfeuerwehr und setzte sich insbesondere im Bezirk Reinickendorf für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein, zuletzt über 13 Jahre als Wachleiter der dortigen Feuerwache. In ihrer Ansprache wünschte Schrod-Thiel Oergel „maximale Freude, viel Fortune und beste Gesundheit“ für seinen neuen Lebensabschnitt. Diese Ehrung knüpft an eine Tradition an, die die wertvollen Beiträge von Feuerwehrleuten in der Region würdigt.
Ergänzend zu Oergels Ehrung wurde auch Horst Roggendorf, ein Brandamtmann der Wittenauer Feuerwehr, von Schrod-Thiel geehrt. Auch Roggendorf war einen Großteil seiner Karriere an derselben Wache tätig, was in der Berufsfeuerwehr eher ungewöhnlich ist. Bei der Veranstaltung dankte die Bezirksstadträtin ihm für seine langjährige Hingabe und wünschte ihm ebenfalls „maximale Freude und beste Gesundheit“. Nach der Ehrung fand ein interessanter Austausch zwischen Schrod-Thiel, Branddirektor André Plischek, Oergel und Roggendorf statt, in dem sie über den Alltag im Feuerwehrdienst diskutierten, inklusive der Herausforderungen im Umgang mit menschlichen Schicksalen, die bei Einsätzen auftreten, wie beispielsweise in vernachlässigten Haushalten.
Herausforderungen der Feuerwehr
Im Kontext der ehrenden Worte und der persönlichen Geschichten steht auch die aktuelle Diskussion um die personelle Besetzung der Feuerwachen. Schrod-Thiel informierte, dass an Feiertagen die personelle Ausstattung der Feuerwachen erhöht wird und dass Freiwillige Feuerwehren die Berufsfeuerwehren unterstützen werden. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den steigenden Anforderungen im Feuerwehrdienst gerecht zu werden.
Die Materie der Freiwilligen und Berufsfeuerwehren ist komplex. Angesichts der Diskussion um den Mangel an Berufsfeuerwehren in Deutschland gibt es Bedenken, dass Einsparungen auf Kosten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gehen könnten. Eine vollständige Ersetzung der freiwilligen Feuerwehren durch Berufsfeuerwehren sei finanziell nicht tragbar, so die Einschätzungen von Experten. In Deutschland sind empfohlene Rettungsfristen von maximal 10 Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen des ersten Fahrzeugs festgelegt, die durch die dichte Verfügbarkeit freiwilliger Feuerwehren in der Regel eingehalten werden.
Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr
Allerdings spiegelt sich ein Rückgang der Mitgliederzahlen in den freiwilligen Feuerwehren wider. Ursachen dafür sind unter anderem steigende Berufspendlerzahlen, Ängste vor Arbeitsplatzverlust sowie sinkende Geburtenraten. Zudem führen finanzielle Engpässe in den Kommunen zu Überlegungen über Einspar- und Verbesserungspotentiale. Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Dienstleistungsorientierung gewinnen an Bedeutung, um die Attraktivität der Freiwilligen Feuerwehr zu erhöhen.
Ein erfolgreiches gesellschaftliches Engagement ist entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr. Um langfristig neue Mitglieder zu gewinnen, ist es wichtig, Anreize für das Ehrenamt zu schaffen. Fragen der Flexibilität und der Mitgliederförderung sind daher zentral, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.