In Berlin, wo das Herz des Fußballs schlägt, hat der 1. FC Union am Dienstag eine wichtige Mitgliederversammlung abgehalten. Mit rund 1400 anwesenden Mitgliedern war die Atmosphäre lebhaft, beinahe elektrisierend. Klubchef Dirk Zingler präsentierte ein positives Fazit: Der Klassenerhalt beider Profi-Teams – sowohl der Männer als auch der Frauen – in der Bundesliga wurde gefeiert. Besonders das Männerteam, das die Saison 2025/26 auf Platz 11 beendete, konnte in den letzten zwei Spielen noch auftrumpfen.
Es war kein leichtes Jahr, das muss man sagen. Der Trainerwechsel von Steffen Baumgart zu Marie-Louise Eta war eine der Schlüsselentscheidungen. Zingler, der Baumgarts Vertragsverlängerung im Januar verteidigte, sieht in Trainerentlassungen einen unvermeidlichen Teil des Fußballgeschäfts. Kurze Zeit später wurde Baumgart jedoch überraschend entlassen – nach einer enttäuschenden Rückrunde mit nur zwei Siegen aus 14 Spielen. Marie-Louise Eta, die vorher die U19 trainierte, übernahm die Verantwortung und wird im Sommer auch die Frauenmannschaft leiten. Eine Premiere, denn sie ist die erste Frau, die einen Männerbundesligisten als Cheftrainerin anleitet!
Frauenpower und Zuschauerrekorde
Die Frauenmannschaft von Union hat es geschafft, die Zuschauerzahlen in der Bundesliga auf stolze 106.627 zu steigern, was den zweiten Platz in Europa hinter Arsenal WFC bedeutet. Zingler gab als Ziel aus, die Zuschauerzahl bei den Frauen zu verdoppeln oder zumindest an die der Männer anzupassen. Diese wirtschaftliche Bedeutung wird immer klarer – die Frauen sollen in der kommenden Saison ins obere Drittel der Bundesliga geführt werden, was eine Herausforderung, aber auch eine großartige Chance darstellt.
Ein weiterer Schritt in diese Richtung: Die Verpflichtung der Nationalspielerin Lisanne Gräwe von Eintracht Frankfurt für 200.000 Euro. Damit zeigt Union ganz klar, dass sie auf Qualität setzen wollen. Das Nachwuchsleistungszentrum des Klubs boomt, aktuell sind dort 23 U-Nationalspieler und -spielerinnen aktiv. Zingler hat betont, dass der Verein verstärkt auf junge Talente aus den eigenen Reihen setzen möchte. Ein kluger Schachzug, der sich in der Zukunft auszahlen könnte.
Wirtschaftliche Perspektiven und Zukunftsvisionen
Die Zahlen sprechen für sich: Ein Umsatz von 191,7 Millionen Euro in der Saison 2024/25 und ein Konzerngewinn von 455.000 Euro sind beeindruckende Ergebnisse. Die wirtschaftliche Lage des Klubs scheint stabil, was in diesen Zeiten nicht selbstverständlich ist. Auch wenn die Rückrunde der Männer enttäuschend war, so ist die neue Ausrichtung klar: Zingler und sein Team arbeiten an einer Trendumkehr. Die Gespräche über einen neuen Trainer für die Männer laufen bereits, und die Liste der Kandidaten wurde auf drei Namen verkleinert – eine Entscheidung soll im Mai verkündet werden.
Die Frauen-Bundesliga selbst war in der Saison 2025/26 ein Spektakel. Mit 14 Mannschaften und 26 Spieltagen wurde viel geboten. Der FC Bayern München sicherte sich den Titel mit einer beeindruckenden Leistung, während Union in einem torreichen Spiel gegen Wolfsburg, das 3:3 endete, ebenfalls auf sich aufmerksam machte. Zuschauerrekorde, spannende Partien – es war eine Saison, die in die Geschichte eingehen wird.
Der 1. FC Union Berlin steht an einem spannenden Punkt. Die Weichen sind gestellt, die Herausforderungen sind groß, doch die Leidenschaft und der Wille, sich weiterzuentwickeln, sind ungebrochen. Die Mitglieder können gespannt sein, wie sich die kommenden Monate entwickeln werden. Die Zukunft könnte, ja muss, rot-weiß sein!