Heute ist der 28.10.2026, und in Berlin bahnt sich eine wahre Umstiegstortur für alle Reisenden an, die zwischen der Ostsee und der Hauptstadt pendeln möchten. Ab Freitag, dem 30. Oktober, fallen auf mehreren Abschnitten der RE5-Strecke zwischen Rostock, der malerischen Mecklenburgischen Seenplatte und Berlin die Züge aus. Das wird die Fahrtzeit erheblich verlängern und bringt gleich mehrere Umstiege mit sich.

Wer zwischen Waren (Müritz) und Berlin reisen möchte, muss künftig mit einer Fahrtzeit von mindestens 3 Stunden und 40 Minuten rechnen – statt der bisherigen 1 Stunde und 40 Minuten. Ziemlich krass, oder? Drei Umstiege sind notwendig, und der Grund für diese ganze Misere liegt in der Sperrung zwischen Waren und Neustrelitz, die seit dem 16. Oktober besteht. Hier werden zwei alte Brücken über der Bahnstrecke Berlin-Rostock durch einen Neubau ersetzt. Die Sanierung zieht sich bis Mitte Dezember, und Ersatzverkehr wird voraussichtlich bis zum 12. Dezember angeboten.

Umstellung auf Busse und alternative Routen

Am kommenden Sonntag steht ein weiteres Spektakel an: Die Sprengung des zweiten von zwei Vorgängerbauten der neuen Brücke an der Bundesstraße 192 soll stattfinden. In Waren werden Reisende auf Busse umsteigen müssen, denn der Zugverkehr zwischen Waren und Neustrelitz ist bis zum 18. Dezember unterbrochen. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass Ersatzbusse auf diesem gesperrten Abschnitt verkehren.

Doch das ist noch nicht alles. Ab Freitagabend um 21 Uhr fallen auch Züge zwischen Löwenberg und Berlin-Südkreuz aus. Hier müssen die Fahrgäste ebenfalls auf Busse umsteigen. Und anschließend geht die Reise mit der S-Bahn in Richtung Berlin weiter. Diese Einschränkungen werden bis zum 6. November gegen 21 Uhr andauern. So viel Zeit für einen Umstieg – das ist wirklich nicht das, was man sich wünscht, wenn man einen Ausflug plant.

Kritik und Forderungen nach besserem Management

Der VCD Nordost kritisiert seit Jahresbeginn das Baustellenmanagement der Deutschen Bahn. Wilfried Kramer, ein Vertreter des VCD, sieht die Strecke Berlin-Rostock als die wichtigste Verbindung für den Regional-, Fern- und Güterverkehr nach Mecklenburg-Vorpommern. Er ist der Meinung, dass die Bahn durchaus auf eine kürzere Sperrzeit in Waren hätte hinwirken können. Schließlich liegt die Verantwortung für die Brückenbaustelle bei den Straßenbaubehörden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Zum Vergleich nennt er den Brückenabriss an der Berliner Autobahn 100, bei dem der Zugverkehr nach einem verlängerten Wochenende problemlos wieder aufgenommen wurde.

Marcel Drews, der Landesvorsitzende von Pro-Bahn, sieht in diesen Ausfällen einen Hinweis auf die fehlende alternative Verbindung über das Karower Kreuz. Er fordert daher eine zügige Umsetzung des Projekts „Karower Kreuz 365+“, das eine Wiederbelebung und den Ausbau der Strecken Waren-Karow-Parchim zum Ziel hat. Drews plädiert dafür, dass Baustellen gleichzeitig stattfinden sollten, anstatt nacheinander, damit die Strecke schnell wieder durchgehend befahrbar ist.

Die Zugausfälle und Umstiege betreffen nicht nur die Reisenden zwischen Rostock und Berlin, sondern auch die Verbindungen in Richtung Neubrandenburg. In den Nächten vom 3. bis 5. November werden zwischen Neustrelitz und Blankensee jeweils von 22 bis 5 Uhr zusätzliche RE5-Ausfälle erwartet, und auch am 4. November fallen die S-Bahnen zwischen Rostock und Güstrow aus. Hier müssen ebenfalls Busse im Ersatzverkehr eingesetzt werden.

Was für eine Herausforderung für alle Pendler! Diese Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, ein vernünftiges Baustellenmanagement zu haben. Während die Bauarbeiten notwendig sind, bleibt zu hoffen, dass die Reisenden bald wieder ohne umständliche Umstiege und lange Wartezeiten reisen können.