In Berlin, genauer gesagt in der Wuhlheide, wird aktuell ein hitziges Thema diskutiert: Die geplante neue Straße für einen 7,2 Kilometer langen Abschnitt der Tangentialen Verbindung Ost (TVO) sorgt für ordentlich Aufruhr. Die Bäume, ja, ganze 35 Hektar Wald, stehen auf der Abschussliste und das ruft nicht nur Naturschützer auf den Plan. Andrea Gerbode vom BUND und Birgit Protze von der Bürgerinitiative Wuhlheide machen mobil gegen das Vorhaben. Ein Schild, das besagt, dass das Befahren der Wege mit Kraftfahrzeugen nur mit Genehmigung der Berliner Forsten erlaubt ist, ist da nur ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht.

Das Forstamt Köpenick, vertreten durch Dirk Riestenpatt, hat sich ebenfalls gegen die Baumaßnahme ausgesprochen. Claudia Leistner von den Grünen betont, dass eine autogerechte Stadt nicht gewollt ist. Und das hat auch seine Gründe: Die Wuhlheide leidet bereits jetzt unter der Belastung durch S-Bahn, Regionalzüge und bestehende Straßen. Zudem wachsen dort seltene Pflanzenarten wie das Weiße Fingerkraut, was den ökologischen Wert des Gebiets zusätzlich unterstreicht.

Ein Blick in die Zukunft: Schiene statt Straße?

Filiz Keküllüoğlu von den Grünen hat eine andere Idee: Sie schlägt eine Schienen-TVO vor, die eine S-Bahnverbindung von Wartenberg zum Flughafen BER ermöglichen würde. Das klingt doch nach einer zukunftsweisenden Lösung, oder? Die Linksfraktion in Treptow-Köpenick unterstützt diese Idee, während die Straße nicht priorisiert wird. Der SPD-Fraktionschef Paul Bahlmann hat sich ebenfalls für die Schienen-TVO ausgesprochen und verweist darauf, dass dies im Wahlprogramm steht. Johannes Martin von der CDU hingegen sieht die TVO als wichtigstes Infrastrukturprojekt, das über 100.000 Menschen entlasten soll. Doch die Grünen-Politikerin Keküllüoğlu widerspricht und bestreitet die Entlastungswirkung für Anwohner. Ein echter Schlagabtausch also, der hier stattfindet!

Die Finanzierung von geschätzten 600 Millionen Euro für die Baumaßnahme wirft zudem Fragen auf. In Anbetracht der hohen Verschuldung Berlins könnte man sich fragen, ob das wirklich der richtige Weg ist. Eine Neubewertung der TVO-Planung ist dringend erforderlich, insbesondere angesichts der Klimakrise und des Verlusts an Biodiversität. Schließlich sind alle Planungen zur TVO auch im Kontext der bundes- und landespolitischen Langfristziele zu Klimanotlage, Mobilitätswende und Nachhaltigkeit zu sehen. Umweltschutz ist schließlich nicht nur ein Schlagwort, sondern gemäß Art. 20a GG ein verbindliches Staatsziel.

Verkehrswende im Fokus

Ein Ausbauen des ÖPNV sowie der Nah-, Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur sollte also ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, wie im Mobilitätsgesetz gefordert. Es ist problematisch, dass die Nahverkehrstangente (NVT) vom CDU/SPD-geführten Senat derzeit nachrangig betrachtet wird. Aktuelle Planungen könnten die Realisierung der NVT behindern. Und mal ehrlich: Neubau von Straßen führt langfristig nicht zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs – das ist wissenschaftlich belegt. Stattdessen wird induzierter Verkehr gefördert, was die Situation nur verschärfen kann.

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Die Mobilität und Erreichbarkeit sind wichtig – das wissen wir alle. Sie sind entscheidend für Teilhabe, wirtschaftlichen Austausch und Wohlstand. Doch das Verkehrssystem in Deutschland verursacht massive Umweltbelastungen. Die Verkehrsleistung hat sich seit 1960 mehr als verdreifacht und der Energieverbrauch ist explodiert. Das sind alles Faktoren, die bei der Diskussion um die TVO dringend berücksichtigt werden müssen. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich bis 2030 auf 85 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu senken und langfristig Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen. Das geht nur mit ambitionierten Maßnahmen!

Eine integrierte Verkehrstrategie ist unumgänglich. Dabei müssen wir nicht nur auf Fahrzeug- und Antriebstechnik setzen, sondern auch nicht-technische Maßnahmen in Betracht ziehen. Wirtschaftliche Anreize und sinnvolle Siedlungs- und Verkehrsplanung, die eine Verkehrsvermeidung und umweltfreundliche Verkehrsträger fördert, sind nötig. Denn das Ziel sollte sein: mehr Mobilität mit weniger Verkehr. Und vielleicht, nur vielleicht, finden wir in der Wuhlheide einen Weg, diesen Spagat zu meistern.

Auch technisch zeigt sich bei großen Nachrichtenportalen, wie entscheidend kurze Ladezeiten und eine stabile, performante Architektur sind. Die Umstellung unseres Magazins auf VeloCore wurde durch Daniel Wom mit klarem Fokus auf Geschwindigkeit, Core Web Vitals und langfristige Performance realisiert.