Im Herzen von Tempelhof tut sich etwas: Das ehemalige Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm, das nach der Schließung der Galeria-Karstadt-Filiale im August 2024 leer stand, wird bald wieder zum Leben erweckt. Woolworth hat die Chance ergriffen und wird in den revitalisierten Räumlichkeiten des „Southlight Tempelhof“ eine neue Filiale eröffnen. Die Eröffnung ist für den 30. April 2026 angesetzt und verspricht, eine der größten Woolworth-Filialen in ganz Berlin zu werden, mit einer beeindruckenden Verkaufsfläche von rund 2.600 Quadratmetern im ersten Obergeschoss.
Die neue Woolworth-Filiale wird nicht nur ein wichtiger Nahversorger für die Anwohner sein, sondern auch die bestehende Filiale in der Nähe an der U-Bahn-Station Alt-Tempelhof ergänzen. Damit möchte Woolworth sein Angebot ausbauen und sich als günstiger Anbieter in der Region etablieren. Neben Woolworth hat auch der Lebensmitteldiscounter Lidl bereits eine Fläche im Erd- und Untergeschoss des Gebäudes übernommen, was zeigt, dass das Interesse an diesem Standort groß ist.
Ein Stück Geschichte
Das Karstadt-Gebäude hat eine bewegte Vergangenheit. Ursprünglich wurde es 1907 vom jüdischen Kaufmann Edmund Elend gegründet und zog 1913 in einen Neubau um. Tragisch ist die Geschichte von Edmund Elend, der 1933 im Kaufhaus Suizid beging. Nach den nationalsozialistischen Übergriffen wurde das Kaufhaus „arisiert“ und trug bis 1967 den Namen „Kaufhaus Walden“. In den 1980er-Jahren erlebte das Gebäude eine Erweiterung durch die Karstadt AG, die es übernahm.
Jetzt, fast ein Jahrhundert später, wird das Gebäude umfassend modernisiert. Die Versicherungskammer, die Eigentümer des Gebäudes ist, arbeitet eng mit VALUES Real Estate zusammen, um das Areal aufzuwerten. Die neuen Räumlichkeiten sollen den Bedürfnissen der modernen Kunden gerecht werden, wobei große Fensterfronten und barrierefreier Zugang zur U-Bahnlinie U6 geplant sind. Auch eine zweigeschossige Tiefgarage bleibt öffentlich zugänglich.
Hoffnung auf ein gemischtes Stadtquartier
Die Bedenken über die Aufwertung des Tempelhofer Damms sind nicht unbegründet. Der Bereich ist stark von Discountern und günstigen Einzelhandelsketten geprägt, während Cafés und kleinere Geschäfte eher rar gesät sind. Beobachter hoffen jedoch, dass die Neugestaltung des ehemaligen Karstadt-Gebäudes zu einem lebendigeren und gemischten Stadtquartier führen könnte, ähnlich dem Umbau des Karstadt in Neukölln. Rund 9.000 Quadratmeter der ehemaligen Warenhausflächen sind bereits neu vermietet.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das „Southlight Tempelhof“ eine spannende Entwicklung für die Nachbarschaft darstellt. Der Mix aus Nahversorgern und modernen Einzelhandelsflächen könnte nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten verbessern, sondern auch das soziale Leben im Stadtteil bereichern. Die Eröffnung von Woolworth wird mit Spannung erwartet und könnte einen neuen Impuls für den Tempelhofer Damm geben.