In der Wilhelminenhofstraße in Berlin-Oberschöneweide tut sich endlich was! Nach über 30 Jahren des Verfalls und Leerstands wird das einstige Kulturhaus des Werks für Fernsehelektronik (WF) nun saniert, umgebaut und erweitert. Der Projektentwickler Trockland hat sich das denkmalgeschützte Gebäude geschnappt, das 1912 vom Architekten Felix Lindhorst entworfen wurde. Es war nicht nur ein Arbeiterwohlfahrtsgebäude, sondern diente auch als Lazarett im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg, als die Zeiten sich änderten, wurde der Ort zum Haus der Kultur der Sowjetunion und später zum WF-Kulturhaus, in dem vielfältige Veranstaltungen stattfanden.
Doch dann war die lange Zeit des Stillstands. Vandalismus und bröckelnde Fassaden prägten das Bild des Gebäudes, das nun endlich eine neue Bestimmung finden soll. Bis 2028 sollen die ersten Mieter einziehen, um dem historischen Gemäuer neues Leben einzuhauchen. Das Ziel? Ein Hotspot namens „Wilhelmine“ – ein Ort, der Arbeit, Kultur, Freizeit und Gastronomie vereint.
Ein neues Kapitel für Oberschöneweide
Die geplanten Nutzungen sind vielversprechend: Auf etwa 8.000 Quadratmetern, darunter 980 Quadratmeter für Gastronomie, entsteht ein Boutique-Hotel mit 83 Zimmern, Coworking Spaces und Büros. Man darf sich auf ein modernes Veranstaltungssaal freuen, der wieder belebt wird. Der ehemalige Speisesaal wird, betrieben von der „Malzfabrik“, wieder bespielbar. Das klingt nach einer spannenden Mischung – genau das, was Oberschöneweide braucht, um seinen kreativen und industriellen Charme neu zu entfalten.
Außerdem bleibt der historische Seitenflügel des Gebäudes erhalten, während das Treppenhaus aus DDR-Zeiten weichen muss. Ein moderner Neubau, ein sogenanntes Gartenhaus, soll hinzukommen. Pläne für Außenterrassen, ein Kiosk mit Straßenverkauf und gemütliche Restaurants mit Dachterrassen sowie ein hübsches Atrium mit Dachgarten runden das Konzept ab. Damit wird der Ort nicht nur für die Mieter, sondern auch für die Anwohner ein echter Gewinn.
Ein Zeugnis der Geschichte
Es ist bemerkenswert, wie das Kulturhaus in die Geschichte Berlins eingewoben ist. Ursprünglich wurde es für die Beschäftigten der Akkumulatorenfabrik AFA errichtet, die während des Krieges Akkus für U-Boote und Teile für V2-Raketen herstellten. Später, ab 1948, wurde das Arbeiterwohlfahrtsgebäude zum Kulturhaus umgenutzt, in dem das gesellschaftliche Leben blühte.
Trockland beschreibt die Umgebung als aufbruchsstimmig und kreativ – ein guter Grund, warum der Standort für eine solche Entwicklung prädestiniert ist. Die Projektleiterin Gesine Lenz hat in einem Podcast, „Metropole im Wandel“, betont, wie wichtig es ist, den ursprünglichen Charakter des historischen Ensembles zu bewahren, während gleichzeitig moderne Akzente gesetzt werden.
Blick in die Zukunft
Die Sanierung und der Umbau sollen nicht nur das Erscheinungsbild des Gebäudes wiederherstellen, sondern auch die Nutzungsgeschichte lebendig halten. Eine maßvolle Ergänzung von Neuem soll das Ensemble fit für die Zukunft machen. Das ist nicht nur ein Gewinn für die Mieter, sondern auch für die gesamte Nachbarschaft, die sich auf eine Wiederbelebung des kulturellen und sozialen Lebens freuen darf.
Die Planungen sind derzeit noch in vollem Gange, doch die Vorfreude ist bereits spürbar. Mit dem neuen Hotspot „Wilhelmine“ wird Oberschöneweide um eine Attraktion reicher und zeigt, dass altehrwürdige Gebäude eine zweite Chance verdienen. Wer weiß, vielleicht wird dieser Ort bald wieder zum pulsierenden Herzen des Stadtteils. Ein Ort, an dem Geschichte und Moderne Hand in Hand gehen – und das mitten in Berlin!