Ufer frei! Schwimm-Demo für den direkten Zugang zur Spree in Oberschöneweide
Am 4. Juli 2026 wird in Oberschöneweide ein ganz besonderes Ereignis stattfinden – eine Schwimm-Demo mit dem Motto „Ufer frei!“. Um 11.30 Uhr geht’s am Ufer vor der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) los, und der Treffpunkt ist der große Windradflügel auf dem Campus Wilhelminenhof. Die Strecke führt etwa 550 Meter flussabwärts unter dem Kaisersteg bis zum Platz am Kaisersteg. Ein Protest, der viele Berlinerinnen zusammenbringt, um gegen einen Zaun zu demonstrieren, der den direkten Uferweg zwischen HTW und Kaisersteg blockiert. Der Zaun gehört zur Wilms Group und zwingt Fußgänger und Radfahrer dazu, einen Umweg über die Wilhelminenhofstraße zu nehmen.
Die Bürgerinitiative Schöneweider Ufer organisiert die Demo bereits zum fünften Mal. Im vergangenen Jahr waren 210 Menschen mit von der Partie, und auch diesmal rechnet man mit einer ähnlichen Zahl. Bezirksstadträtin Claudia Leistner von den Grünen hat den Demonstrierenden Unterstützung zugesichert, konnte jedoch nicht persönlich teilnehmen. Gespräche mit dem Grundstückseigentümer haben bisher nicht zu einer Lösung geführt. Es bleibt spannend, was das nächste Gespräch, das für Ende Juli geplant ist, bringen wird.
Ein Weg durch die Spree
Normalerweise ist das Schwimmen in der Spree verboten, aber für die Demo wurde die Strecke offiziell angemeldet. Sicherheit wird großgeschrieben: Rettungsschwimmer und Polizei sichern die Route, und für den Transport von Schuhen und wenigen Kleidungsstücken in einem Beutel wird ebenfalls gesorgt. Die Teilnehmer werden gebeten, sich im Voraus über die Website der Initiative anzumelden. Man sollte auch die Ankunft am Kaisersteg gegen 12.45 Uhr nicht verpassen, um rechtzeitig zum Brückenfest zu gelangen!
Das Brückenfest am Kaisersteg, das von 12 bis 22 Uhr stattfindet, ist ein Highlight des Tages. Konzerte, offene Ateliers, Akrobatik und sogar eine Feuershow – da ist für jeden etwas dabei! Der Eintritt ist frei, und mit dem Fest wird das 25-jährige Bestehen des Bezirks Treptow-Köpenick gefeiert. Ein kleiner Tipp: Wegen S-Bahn-Bauarbeiten sollte die Anreise gut geplant werden, um stressfrei an diesem bunten Spektakel teilnehmen zu können.
Der Kampf um das Ufer
Der Protest hat seinen Ursprung in einem viel tieferliegenden Problem. Anwohnerinnen und Studierende haben oft keinen direkten Zugang zum Uferweg, der durch ein Privatgrundstück versperrt ist. Der Umweg über die Wilhelminenhofstraße ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Tamara Wildt, eine Anwohnerin, hat Bedenken über die Gefahren des Umwegs geäußert und fordert schnellere Lösungen. Walter Raffauf, ein Unterstützer aus Potsdam, hebt hervor, wie wichtig die Vernetzung von Initiativen für freie Ufer in der Region ist.
Die Krumme Spree hat zudem unklare Eigentumsverhältnisse an ihren Ufern. Laut der Brandenburger Landesverfassung gehören die Ufer eigentlich allen. Ray Höpfner, der in den 1990er Jahren die Initiative „Ufer frei“ gegründet hat, setzt sich für den freien Zugang zu Wasserwegen ein und sieht die über 600 aufgestellten blauen Andreaskreuze als Zeichen gegen Sperrungen. Doch viele Grundstückseigentümer sichern ihre Ufer mit Zäunen, was den Zugang erschwert. Höpfner träumt von einem Jedermannsrecht auf Zugang zu Ufern, ähnlich wie in Skandinavien – und das ist ein Traum, den viele teilen.
Die Politik hat es nicht leicht, den Wunsch nach freien Uferwegen durchzusetzen. Ein Uferwegekonzept, das 2021 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen wurde, wurde bis heute nicht umgesetzt. Dirk Sarnoch von der Initiative „Ufer frei in Schöneweide“ berichtet von gesperrten Uferbereichen, während die Bauarbeiten am Ufer weitergehen und den Zugang zum Wasser einschränken. Der Kampf um die Uferfreiheit bleibt also ein Thema, das viele Berliner*innen bewegt und mit der Schwimm-Demo am 4. Juli erneut auf die Agenda gesetzt wird.
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