Die Späth’schen Baumschulen in Berlin, das älteste produzierende Unternehmen der Hauptstadt, stehen vor einem aufregenden Neuanfang. Holger Zahn, der langjährige Geschäftsführer, hat die Leitung an drei talentierte Frauen übergeben, die nun das Ruder übernehmen. Diese Nachfolgerinnen sind Karoline Leu, eine Landschaftsarchitektin, Susanne Schmohl, eine Gartenbauingenieurin, und Laura Lichtenheldt, eine Druck- und Medientechnikerin. Alle drei sind Berlinerinnen und bringen frischen Wind in die traditionsreiche Baumschule, die bereits 1720 gegründet wurde.

Karoline Leu, 39 Jahre alt und Tochter von Holger und Irina Zahn, wird sich um den Privatkunden-Pflanzenverkauf und die Garten-Dienstleistungen kümmern. Sie hat große Pläne, insbesondere die Abteilung für Gartenplanung und Gartengestaltung auszubauen. „Die Sicherung des Betriebs am historischen Standort ist unsere größte Herausforderung“, betont sie. Ihre Schwester, Laura Lichtenheldt, 37 Jahre alt, wird für die Veranstaltungen und Sonderausstellungen verantwortlich sein. Sie möchte unter anderem ein Wegeleitsystem einführen, um mehr Besucher auf den Hof zu locken.

Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit

Die dritte im Bunde, Susanne Schmohl, 38 Jahre alt und seit 2016 im Unternehmen, bringt ihre Expertise als Gartenbauingenieurin ein. Sie hebt die Relevanz regional produzierter, heimischer Gehölze für die Pflanzenproduktion hervor. Diese Philosophie ist besonders wichtig, da die Späth’schen Baumschulen über 80.000 Pflanzen im Angebot haben und Leistungen im Garten- und Landschaftsbau anbieten. Die Baumschule war im 19. Jahrhundert eine der bedeutendsten in Europa und exportierte Pflanzen in viele Länder.

Ein besonderer Höhepunkt steht bevor: Der erste öffentliche Auftritt der neuen Geschäftsführerinnen findet beim Frühlingsfest „Späth’er Frühling“ statt, das am 9. und 10. Mai gefeiert wird. Bei dieser Veranstaltung können die Besucher blühende Rhododendren, Pfingstrosen und Tulpen bewundern, während über 100 Aussteller*innen ihre Produkte präsentieren. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sowie der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, werden zur feierlichen Eröffnung erwartet. Geplant sind auch spannende Programmpunkte wie Aufführungen von Grimm-Märchen und Vorträge zu Themen wie Biodiversität, Stadtentwicklung und Klimaschutz.

Tradition trifft auf Innovation

Die Späth’schen Baumschulen haben trotz der Herausforderungen durch Industrialisierung, Kriege und politische Veränderungen stets ihren Betrieb aufrechterhalten. Historische Zuchtpläne werden weiterhin genutzt, und viele Berliner Stadtbäume stammen von Späth-Sorten. Holger Zahn wird den neuen Geschäftsführerinnen auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die Tradition des Unternehmens zu wahren und gleichzeitig frische Ideen und Innovationen einzubringen.

Die Späth’schen Baumschulen sind nicht nur ein Ort des Pflanzenverkaufs, sondern auch ein Kulturort mit einem Open-Air-Baumschulenmuseum, gastronomischen Angeboten und einem Hofladen. Beliebte Veranstaltungen wie ein Weihnachtsmarkt und eine Kürbisschau ziehen regelmäßig zahlreiche Besucher an. Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung wird ein neues Kapitel in der Geschichte der Baumschulen aufgeschlagen, das sowohl die Wurzeln als auch die Zukunft der Berliner Gartenkultur in den Blick nimmt.

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