Ein Lichtspielhaus für die Zukunft: Treptows Traum von Kultur und Gemeinschaft
Das Ende einer Ära – das Cinestar am Treptower Park hat nach 26 Jahren seine Pforten geschlossen. Der 11. Januar 2026 war ein bitterer Tag für Kinofans in Treptow-Köpenick. Mit dem Aus des beliebten Lichtspielhauses schlossen auch alle anderen Läden im Gebäude, einschließlich des kleinen Bäckers „Lecker“, der immer für sein frisches Gebäck bekannt war. Die Straßen um den Park wirken plötzlich etwas leerer, als wäre ein Stück Berliner Seele verloren gegangen.
Doch was kommt jetzt? Ein Hotel mit 198 Zimmern ist geplant. Das klingt zunächst nach Fortschritt, aber der Bauvorbescheid von Aroundtown aus dem August 2024 lässt auf sich warten. Bislang gibt es kaum Bewegung auf der Baustelle. Die Bürgerinitiative „Traumfabrik Treptow“ hat sich zusammengefunden, um den ehemaligen Kinosaal nicht einfach dem Verfall zu überlassen. Sie setzen sich für eine kulturelle Nutzung des Gebäudes ein. Das Ziel ist klar: Bis zum Baubeginn des Hotels soll der Raum lebendig bleiben – als Kultur- und Nachbarschaftsort.
Ein Ort für die Gemeinschaft
Die Initiative sieht großes Potenzial im ehemaligen Kino. Mit mehreren Sälen und großen Foyers bietet das Gebäude die perfekte Infrastruktur für kulturelle Veranstaltungen. Von Kiezkino-Abenden über Schulvorstellungen bis hin zu Workshops und Konzerten – die Liste der geplanten Aktivitäten ist lang und vielversprechend. Man könnte fast die Vorfreude spüren, wenn man sich vorstellt, wie die Kinder im Foyer umhertollen und die Nachbarn sich bei einem Filmabend zusammensetzen. Eine Zwischennutzung wird gefordert, um den Leerstand aktiv zu beleben, doch bisher war die Resonanz eher mager.
Die Initiative hat eine Pilotphase bis Ende 2026 ins Auge gefasst, um einen abtrennbaren Teil des Gebäudes zu aktivieren. Ein mutiger Schritt, der zeigt, dass die Hoffnung auf eine lebendige Nachbarschaft noch lange nicht erloschen ist. Am 9. Juni um 17 Uhr wird eine öffentliche Aktion stattfinden, begleitet von einer Petition für den Erhalt des Kinos. Es wird spannend zu sehen, wie viele Menschen sich an diesem Tag versammeln werden, um den Traum von einem kulturellen Zentrum in Treptow zu unterstützen.
Die Seele von Treptow bewahren
Was passiert, wenn das Hotel schließlich kommt? Wird der Ort, der über Jahre hinweg so vielen Menschen Freude bereitet hat, nur noch eine blasse Erinnerung sein? Die Bürgerinitiative „Traumfabrik Treptow“ kämpft leidenschaftlich dafür, dass das Gebäude nicht nur ein weiterer anonymes Hotelkomplex wird, sondern ein lebendiger Ort, der die kulturelle Vielfalt der Nachbarschaft widerspiegelt. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, lachen und sich austauschen können. Ehrlich gesagt, das wäre doch einfach nur geil.
Die Diskussion über die Zukunft des ehemaligen Kinos ist ein fester Bestandteil der lokalen Agenda geworden. In einer Zeit, in der viele Kinos schließen, ist es umso wichtiger, solche Orte der Begegnung zu bewahren. Vielleicht ist der Widerstand aus der Nachbarschaft genau das, was es braucht, um die Pläne von Aroundtown aufzurütteln. Die Bürgerinitiative zeigt, dass sich die Menschen in Treptow nicht einfach mit dem Status quo zufriedengeben wollen. Sie sind bereit, für ihre Vision zu kämpfen.
