Heute ist der 3.11.2026 und in Treptow-Köpenick wird ein ganz besonderes Ereignis gefeiert. Die Christophoruskirche am Marktplatz Friedrichshagen, ein echtes Schmuckstück der neogotischen Architektur, hat kürzlich die Ferdinand-von-Quast-Medaille, den Berliner Denkmalpreis 2026, erhalten. Die Auszeichnung wird am 25. November von Bausenator Christian Gaebler (SPD) an Dr. Matthias Dettloff, den Vorsitzenden des Bauausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen, überreicht. Die Ehrung kommt nicht von ungefähr – es ist vor allem die denkmalgerechte Sanierung des Altarbildes, die die Kirche in neuem Glanz erstrahlen lässt.

Die Christophoruskirche wurde zwischen 1901 und 1903 nach den Plänen des Architekten Jürgen Kröger als Ersatz für die frühere Dorfkirche erbaut. Eine wahre Pionierleistung, die damals wie heute beeindruckt. Kröger hatte den Innenraum mit kunstvollen Wandmalereien gestalten lassen, die jedoch über die Jahre hinweg schlicht überstrichen wurden. Dank der Sanierung ist nun die originale Darstellung des Letzten Abendmahls im Altarraum wieder sichtbar – ein echter Hingucker!

Sanierung mit viel Herzblut

Die letzten fünf Jahre waren geprägt von umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten, die die Gemeinde viel Zeit und Nerven gekostet haben. Die Gesamtkosten beliefen sich auf stolze 3,7 Millionen Euro, wobei das Projekt durch verschiedene Institutionen wie den Bund, die Landeskirche und den Kirchenkreis unterstützt wurde. Besonders erwähnenswert ist, dass die Gemeinde sich bewusst für die Freilegung des Wandbildes entschieden hat, auch wenn nicht alles in seiner ursprünglichen Farbintensität erhalten werden konnte. Das zeigt einen respektvollen Umgang mit der Geschichte und eine große Portion Liebe zum Detail.

Am zweiten Advent 2025 wurde die Kirche dann mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet. Zu den Ehrengästen zählten der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). Die Predigt hielt der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein, und die Atmosphäre war einfach festlich! Man konnte die Freude in der Luft förmlich spüren. Die Kirche ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Begegnungsraum und Konzertort, der über die Grenzen von Treptow-Köpenick hinaus bekannt ist.

Ein Stück Geschichte

Die Christophoruskirche hat jedoch nicht immer im besten Licht gestanden. Die letzte umfangreiche Sanierung und der größere Umbau fanden in den 1970er Jahren statt – eine Zeit, die auch ihre Herausforderungen hatte. 1972 wurde der Kirchturm durch einen Orkan zerstört, und die damaligen Bauarbeiten wurden von westdeutschen Kirchen mit 400.000 DM finanziert. Damals wie heute zeigt sich, wie viel Engagement und Herzblut in diesen historischen Mauern stecken.

Die Ferdinand-von-Quast-Medaille wird seit 1987 vom zuständigen Senatsmitglied auf Vorschlag des Landesdenkmalamts verliehen und ehrt Menschen oder Institutionen, die sich um Berliner Denkmale und deren Pflege verdient gemacht haben. Neben der Kirchengemeinde wird 2026 auch Dirk Möhrle für die Sanierung und Vermittlung der Beletage im „Kunsthof“ in der Oranienburger Straße 27 ausgezeichnet. Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig die Erhaltung von Geschichte ist.

Insgesamt ist die Christophoruskirche ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne Hand in Hand gehen können. Sie ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein lebendiger Teil der Gemeinschaft in Friedrichshagen. Ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wird – und das nicht nur in den alten Mauern, sondern auch in den Herzen der Menschen, die hier zusammenkommen.