Heute ist der 24.05.2026 und die Diskussion um das Tempelhofer Feld in Berlin nimmt wieder Fahrt auf. CDU-Fraktionschef Dirk Stettner hat sich klar positioniert und betont, dass eine Randbebauung des weitläufigen Geländes in den Koalitionsverhandlungen nach der Wahl im September eine Notwendigkeit darstellt. Mit dem ambitionierten Ziel, bis zu 30.000 Wohnungen am Rand des Tempelhofer Feldes zu schaffen, möchte die CDU gleichzeitig sicherstellen, dass der zentrale Bereich des Geländes als Freizeit- und Kulturraum erhalten bleibt. Es geht also um ein sensibles Gleichgewicht zwischen Wohnraum und der Erhaltung eines wertvollen Naherholungsgebiets.
Interessanterweise hat eine Architektengruppe bereits einen Entwurf vorgestellt, der den Bau von rund 21.000 Wohnungen auf einem Drittel des Tempelhofer Feldes vorsieht. Stettner zeigt sich optimistisch und bezeichnet diesen Entwurf als solide Grundlage. Natürlich gibt es noch viele Details zu klären – etwa die Geschosshöhen, die in den kommenden Diskussionen noch zur Sprache kommen werden. Eine Umfrage hat ergeben, dass 59 Prozent der Befragten eine „maßvolle Bebauung am Rand des Tempelhofer Feldes“ befürworten. Also scheint der Wind aus der Bevölkerung in eine ähnliche Richtung zu wehen, auch wenn der Volksentscheid von 2014, der die Bebauung des ehemaligen Flughafens verbietet, immer noch im Raum steht.
Bürgerbeteiligung im Fokus
Um die Meinungen und Bedürfnisse der Berliner Bürger nicht aus den Augen zu verlieren, ist die Dialogwerkstatt ein zentrales Element der Bürgerbeteiligung in Berlin. Hier haben 275 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner mit Erstwohnsitz in Berlin die Gelegenheit, sich an mehreren Wochenenden intensiv mit dem Tempelhofer Feld und möglichen Änderungen des ThF-Gesetzes auseinanderzusetzen. Die Dialogwerkstatt bietet einen geschützten Diskursraum, in dem unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen in einer respektvollen und wertschätzenden Atmosphäre diskutiert werden können. Das klingt fast schon nach einer kleinen Oase der Demokratie inmitten der großen politischen Debatten!
Die zentrale Fragestellung der Dialogwerkstatt ist, welche gesamtstädtischen Bedarfe bestehen und wie das Tempelhofer Feld dazu beitragen kann. Dabei fließen viele Aspekte in die Diskussion ein – von der aktuellen Nutzungsentwicklung über die prognostizierten Bedarfe bis hin zu den nachbarschaftlichen Bedürfnissen hinsichtlich baulicher Nutzungen. Auch die Herausforderungen des Klimawandels und der Verkehrswende werden berücksichtigt. So wird nicht nur über Wohnungen nachgedacht, sondern auch über eine integrierte Quartiersentwicklung, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Nutzungen miteinander verknüpft.
Ein Blick in die Zukunft
Die Ergebnisse dieser Dialogwerkstätten sollen in einen internationalen Ideenwettbewerb einfließen, was die Sache zusätzlich spannend macht. Es bleibt abzuwarten, wie die Ideen aus der Bevölkerung und die Planungen der Politik miteinander harmonieren. Stettner hält einen neuen Volksentscheid für nicht nötig und verweist auf die bevorstehende Wahl am 20. September als klare Volksbefragung. Was auch immer das Ergebnis sein mag, es ist klar: Das Tempelhofer Feld ist mehr als nur ein grüner Fleck in der Stadt – es steht für die Herausforderungen und Chancen, die Berlin in der Zukunft bewältigen muss. Und so wird das Thema auch weiterhin die Gemüter bewegen.
