Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg wird ein bedeutender Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit unternommen. Anfang März 2026 steht die Umbenennung des Crellemarkts am nördlichen Abschnitt der Crellestraße in den „Lucie-Leydicke-Platz“ an. Dieser Beschluss wurde von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 12. Juli 2023 gefasst und zielt darauf ab, Frauen im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Derzeit sind nur 4 Prozent der Straßen und Plätze im Bezirk nach Frauen benannt, was die Notwendigkeit einer solchen Umbenennung unterstreicht. Alle Interessierten sind zur feierlichen Umbenennung des Platzes eingeladen. Weitere Informationen dazu finden sich in der offiziellen Pressemitteilung des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg (hier).
Der Antrag zur Umbenennung wurde von BV Martin Rutsch in der BVV gestellt. Der Vorschlag umfasst nicht nur die Namensgebung, sondern auch die Prüfung der Umwidmung der Crellestraße durch Einziehung, um einen neuen Platz für die Ehrung zu schaffen. Dies geschieht in Bezug auf den mehrheitlich beschlossenen Antrag Drs. 2266/XX. Zuvor war eine Ehrung von Lucie Leydicke aufgrund straßenrechtlicher Bestimmungen vom Bezirksamt abgelehnt worden. Die Neubenennung ist jedoch möglich, ohne dass bereits benanntes Straßenland umbenannt werden muss. Weitere Details zu diesem Antrag sind in einem Schreiben der Linksfraktion nachzulesen (hier).
Der Weg zur Geschlechtergerechtigkeit
Die Umbenennung des Crellemarkts ist Teil eines größeren Trends in der Stadtentwicklung, der sich mit Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzt. Diese Thematik rückt zunehmend in den Fokus, und es wird angestrebt, die Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Raum aktiv umzusetzen. Der Zugang zu öffentlichen Räumen sollte für alle Menschen, insbesondere für Frauen, Ältere und sorgende Personen, barrierefrei und sicher gestaltet sein.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat sich zum Ziel gesetzt, lebenswerte und hochwertige Räume zu schaffen, die allen zugänglich sind. Die aktuelle Stadtentwicklung muss sich dringend mit den Herausforderungen auseinandersetzen, die insbesondere für Personen, die Sorgearbeit leisten, bestehen. Die Gestaltung der städtischen Infrastruktur muss daher auch die Perspektiven dieser Gruppen berücksichtigen. Die Entwicklung einer fürsorglichen und solidarischen Stadt ist von zentraler Bedeutung, um soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Weitere Informationen zu den Leitlinien für eine gendergerechte Stadtentwicklung finden sich auf der Website des BMWSB (hier).
Insgesamt zeigt die Umbenennung des Crellemarkts in Lucie-Leydicke-Platz nicht nur eine Wertschätzung für die Verdienste von Frauen in der Gemeinschaft, sondern auch den fortwährenden Einsatz für eine gerechtere und inklusivere Stadtentwicklung in Tempelhof-Schöneberg.