Jetzt, wo die Tage kürzer werden und die Dunkelheit über Berlin hereinbricht, freuen sich die Kleinen auf einen ganz besonderen Tag: den Martinstag am 11. November! In den letzten Wochen sind die Abende immer früher dunkel geworden – etwa vier Minuten pro Tag, um genau zu sein. Und das bedeutet, dass die Laternen bald wieder durch die Straßen der Hauptstadt strahlen werden.

Am Martinstag ziehen Kinder mit ihren liebevoll gebastelten Laternen, begleitet von fröhlichem Gesang, durch die Straßen. „Ich geh mit meiner Laterne“ wird angestimmt, während die kleinen Lichter in der Dunkelheit leuchten. Der Martinstag erinnert an den heiligen Martin von Tours, der im 4. Jahrhundert seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Diese Geschichte wird in vielen Berliner Bezirken lebendig, wo Kirchengemeinden, Kitas, Schulen und Nachbarschaftshäuser Laternenumzüge organisieren.

Laternenumzüge für Groß und Klein

In Berlin gibt es am 11. November zahlreiche Veranstaltungen. In Tempelhof-Schöneberg beispielsweise beginnt um 15.30 Uhr eine Martinsandacht in der St. Norbert-Kirche, gefolgt von einer Laternenrunde. Für die Kleinsten ist dies besonders geeignet, denn die Andacht dauert nur ein bis zwei Stunden. Wer es etwas später mag, kann um 17.30 Uhr in der St. Matthias Kirche teilnehmen, wo ein Umzug über den Winterfeldtplatz führt – Sankt Martin reitet natürlich auf seinem Pferd!

Auch in anderen Bezirken wird gefeiert: Im Museumsdorf Düppel erwartet die Besucher am 7. und 8. November ein mittelalterliches Spektakel mit Musik und Geschichten. Die Umzüge dort beginnen jeweils um 16.30 Uhr und 18 Uhr. Und in Kreuzberg findet ein ökumenischer Umzug statt, der um 16 Uhr an der Admiralbrücke startet – Punsch und Brötchen inklusive!

Ein Fest der Gemeinschaft

Die Martinsfeuer, die nach vielen Umzügen angezündet werden, sind mehr als nur ein Ort, um sich zu wärmen. Sie symbolisieren Licht und Gemeinschaft in der dunklen Jahreszeit. Nach den Umzügen versammeln sich die Menschen um die Feuerschalen, genießen Stockbrot und teilen süße Martinshörnchen – ein Gebäck, das mit Rosinen und Zuckerguss verziert ist und in den Kinderaugen für leuchtende Gesichter sorgt.

Für die Kinder sind die Laternenumzüge nicht nur ein Spaß, sondern auch eine Möglichkeit, den Wert des Teilens zu lernen. Es wird gesungen, gelacht und zusammen gefeiert. Auch wenn der 11. November kein gesetzlicher Feiertag ist, zieht das Fest dennoch viele Berliner und Berlinerinnen an. Die Stadt wird zur Bühne für das Teilen von Freude, Geschichten und Wärme.

Ein weiteres Highlight ist das Martinsspiel in der Kirche St. Marien im Rheingauviertel, das um 16:30 Uhr beginnt – danach folgt der Laternenumzug zur evangelischen Gemeinde „Zum Guten Hirten“. In der Stadt gibt es unzählige solcher Veranstaltungen, die den Martinstag zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Berlin, mit all seinen Bezirken, wird am Martinstag zu einem bunten Lichtermeer, das sowohl Tradition als auch Gemeinschaft feiert. Es ist die perfekte Gelegenheit, um das Zusammensein in der kalten Jahreszeit zu zelebrieren und die kleinen Lichter der Laternen in den Herzen der Menschen erstrahlen zu lassen.