Hitze, Regen und die Zukunft: Tempelhof-Schöneberg im Klimawandelstest
Heute ist der 18.06.2026 und in Tempelhof-Schöneberg wird es richtig heiß. Berlin wird aufgrund des Klimawandels und der Jahreszeit immer spürbar wärmer. Ziemlich beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Klimarisikoanalyse der Senatsumweltverwaltung uns die Gefahren durch Hitze und Überflutungen vor Augen führt. Die Daten zeigen deutlich, dass besonders vulnerable Altersgruppen unter der Hitze leiden. Wenn man durch die Straßen schlendert, merkt man schon jetzt, wie die Luft flirrt – und das ist erst der Anfang. Starkregenereignisse, die uns in der Vergangenheit schon das Leben schwer gemacht haben, werden in Zukunft wohl noch zunehmen.
Das Besondere an der Analyse ist, dass die Daten für das gesamte Stadtgebiet räumlich differenziert sind. Dicht bebaute, stark versiegelte Quartiere sind besonders hitzeanfällig. Wenn man sich die Hotspots für Hitze in Tempelhof-Schöneberg anschaut, fallen die Straßen in Lichtenrade, Marienfelde und Mariendorf auf. Diese Gebiete haben zwar einen höheren Anteil an Grünflächen, die nachts für eine gewisse Abkühlung sorgen, aber das allein reicht nicht aus, um die Hitze zu bändigen.
Hitze und Überflutungen im Einklang
Gerade nördliche Wohngegenden wie Friedenau und Schöneberg kühlen nachts weniger ab. Man könnte fast sagen, die Hitze bleibt dort hängen, als wäre sie ein ungeladener Gast, der nicht gehen will. In Nord-Schöneberg ist das Risiko, an Hitze zu sterben, am höchsten. Das liegt nicht zuletzt am hohen Anteil an alten Menschen, die besonders anfällig für die extreme Wärme sind. Die Bereiche mit Mehrbelastung – Hitze, Lärm, schlechte Luft – sind im Umweltgerechtigkeitsatlas vermerkt. Besonders betroffen sind die Gegenden rund um die Feurigstraße und Taunusstraße. Man muss sich das mal vorstellen: Hitze, die einem den Atem raubt, und gleichzeitig die Gefahr von Überflutungen durch Starkregen.
Die Überflutungsgefährdung in Tempelhof-Schöneberg ist nicht zu unterschätzen. Auch hier sind Teile von Lichtenrade, Marienfelde und Friedenau betroffen. Bei Starkregen kann das Regenwasser in urbanen Kernen mit hohem Asphaltanteil kaum versickern. Die Kanalisation wird bei solchen Ereignissen schnell überlastet. Ein Teufelskreis, der sich immer wiederholt – und die Stadt muss handeln. Das Klimaanpassungsgesetz von November 2025 hat Berlin zur Erstellung dieser Klimarisikoanalyse verpflichtet. Die Analyse soll als Grundlage zur Vorbereitung auf die Herausforderungen des Klimawandels dienen.
Prävention und Lösungen
Der ungebremste Klimawandel führt zu erhöhten Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen in ganz Deutschland. Das Bundesumweltamt hat daher die Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) ins Leben gerufen. Ein spannendes Projekt, das als „Regen//Sicher“ bekannt ist und Kommunen bei der Anpassung an die Herausforderungen von Starkregenereignissen unterstützen möchte. In verschiedenen Modellkommunen wie Worms und Lübeck wurden Kommunikations- und Aktivierungsformate entwickelt. So sollen Bürger*innen motiviert werden, Vorkehrungen gegen Starkregen zu treffen, etwa durch den Einbau von Rückstauklappen oder die Schaffung von Versickerungsflächen.
In Tempelhof-Schöneberg könnte ein solches Engagement auch helfen, die Situation zu entzerren. Die technische Planung in Solingen hat zum Beispiel den Schritt zur „integralen Entwässerungsplanung“ gemacht, die eine umfassende Lösung für Kanalnetzbewirtschaftung, Grundstücksentwässerung und Überflutungsschutz bietet. Solche Ansätze könnten auch in Berlin Schule machen, um besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein.
Die Strategie für eine resilientere Zukunft
Die Deutsche Klimaanpassungsstrategie 2024, die am 11. Dezember 2024 im Bundeskabinett beschlossen wurde, setzt auf messbare Ziele für die Anpassung an den Klimawandel. Insgesamt gibt es 33 Ziele, die bis 2030 erreicht werden sollen. Die meisten dieser Ziele sind in Cluster gegliedert, die von Infrastruktur über menschliche Gesundheit bis hin zu Wasser reichen. Die Strategie verfolgt das Ziel, die Widerstandsfähigkeit von Wasserinfrastrukturen zu stärken und die Wasserressourcen in ausreichender Menge und guter Qualität zu erhalten.
Die Fortschritte werden mithilfe von Indikatoren messbar gemacht, und es wird darauf geachtet, dass keine zusätzlichen bürokratischen Belastungen für Bürger oder Unternehmen entstehen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie Tempelhof-Schöneberg und andere Bezirke auf die drohenden Gefahren reagieren. Man möchte doch hoffen, dass die Stadt nicht nur reagiert, sondern auch proaktiv handelt – für uns alle und die kommenden Generationen.
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